Pornografiesucht: Wie man sie erkennt und bekämpft
Wichtige Fakten
- • Pornosucht ist keine offiziell anerkannte Diagnose, aber problematischer Pornokonsum.
- • Experten sehen Parallelen zur zwanghaften sexuellen Verhaltensstörung der WHO.
- • Nicht die Häufigkeit ist entscheidend, sondern der Schaden im Alltag.
- • Bei Problemen werden Therapeuten, Selbsthilfegruppen oder Online-Angebote empfohlen.
- • Altersbeschränkungen und Online-Sicherheitsgesetze sollen Jugendliche schützen.
Hintergrund
Der ehemalige britische Olympia-Taucher Freddie Woodward berichtet, dass er bereits mit 12 Jahren regelmäßig erstmals Pornografie konsumierte und während seiner Karriere mehrmals täglich auf entsprechende Online-Angebote zurückgriff. Mit 30 Jahren gelang es ihm, seinen Konsum zu kontrollieren, indem er seine Einstellung änderte: weg vom ständigen Kampf gegen die Sucht hin zu einer Identität als jemand, der keine Pornos schaut. Sein Fall verdeutlicht, dass exzessiver Pornokonsum auch Leistungssportler betreffen kann.
Experten Streit und Definitionen
Experten sind sich uneinig, ob es sich bei Pornosucht um eine echte Sucht handelt. Diagnosen wie die zwanghafte sexuelle Verhaltensstörung der Weltgesundheitsorganisation werden herangezogen, jedoch fehlt eine einheitliche Klassifizierung. Der Forscher Campbell Ince von der Monash-Universität betont, dass viele Kliniker von problematischem Pornokonsum sprechen, es aber noch viel Forschungsbedarf gebe. Entscheidend sei nicht die Häufigkeit, sondern der Grad der Beeinträchtigung von Alltag, Beziehungen und Wohlbefinden.
Auslöser und Warnzeichen
Als Auslöser gelten Stress, Isolation oder traumatische Erfahrungen, wie der 40-jährige Craig beschreibt, der während der Pandemie die Kontrolle verlor. Auch algorithmisch zugeschnittene Inhalte und inzwischen KI-generierte Pornos könnten die Problematik verstärken. Warnzeichen können Kontrollverlust, Vernachlässigung von Pflichten und trotz selbst wahrgenommener negativer Folgen fortgesetzter Konsum sein.
Therapie und Hilfsangebote
Betroffene können sich an Psychotherapeuten, spezialisierte Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen nach dem Vorbild Anonymer Alkoholiker wenden. Allerdings gibt es im britischen Gesundheitsdienst keine zentrale Anlaufstelle, was die Versorgung erschwert. Betroffene sollten auf geprüfte Angebote achten, um nicht auf unseriöse Hilfe hereinzufallen.
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