Antisemitismus-Bericht: Jüdische Australier unter Druck
Wichtige Fakten
- • Jüdische Australier sollen weniger jüdische Namen nutzen.
- • Krankenpflegerin fühlt sich in NSW Gesundheit unsicher.
- • Spezialgesandte Segal: Antisemitismus bei Jugend fast modisch.
- • Jude legte nach Chef-Aufforderung Job wegen Namen nieder.
- • Feuer in koscherem Restaurant in Bondi 2024 zerstört Standort.
Anhörungen der Royal Commission zeigen weit verbreitete Diskriminierung
Bei den vierten öffentlichen Anhörungen der Royal Commission into Antisemitism in Australien berichteten mehrere jüdische Australier von erheblichem Druck am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit seit dem 7. Oktober 2023. Eine Krankenpflegerin mit dem Pseudonym AAV, eine duale australisch-israelische Staatsbürgerin, erklärte, sie sei von Kollegen als „Zionistenschwein“ beschimpft worden und fühle sich im Gesundheitswesen von New South Wales (NSW) nicht sicher. Sie beschrieb ihre Angst vor einer Knieoperation im Februar 2025, weil sie befürchtete, getötet zu werden, nachdem Berichte über Morddrohungen gegen jüdische Patienten in einem anderen Krankenhaus aufgetaucht waren.
Freundheitsfeindliche Äußerungen und Ausschluss aus Berufsgruppen
Jillian Segal, die Sondergesandte der Regierung zur Bekämpfung des Antisemitismus, sagte, der Hass auf Juden sei unter jungen Australiern „fast modisch“ geworden. Die Gleichsetzung der israelischen Regierung mit jüdischen Menschen sei die am schnellsten wachsende Form des Antisemitismus im Land. Eine klinische Psychologin namens Sarah berichtete, jüdische Australier würden aus akademischen und beruflichen Kreisen ausgeschlossen; sie selbst habe eine Facebook-Gruppe mit 2.500 Psychologen verlassen, nachdem sie beschuldigt worden war, als Jüdin „die Seite des Unterdrückers“ zu ergreifen.
Arbeitsplatzdiskriminierung und Boykotte
Eine als ABM bezeichnete Zeugin schilderte, wie ihr Geschäftsführer ihr riet, einen „weniger offensichtlich jüdischen“ Namen zu verwenden und ihre E-Mail-Signatur zu ändern, um einen Großkunden nicht zu verprellen, der nicht mit der israelischen Abteilung des Unternehmens zusammenarbeiten wollte. Nach einem imaginierten öffentlichen Boykott trat sie zurück. Ein israelischer Musiker (Pseudonym ABK) sagte, er habe Angst vor Konzerten wegen möglicher bewaffneter Angriffe und sei gezwungen, Veranstaltungsorte im Voraus über seine Identität zu informieren.
Zerstörung jüdischer Einrichtungen
Judith Lewis berichtete über den mutmaßlich gezielten Brandanschlag, der ihr koscheres Restaurant Lewis‘ Continental Kitchen in Bondi im Jahr 2024 zerstörte. Sie sprach von einem Verlust, der über das Geschäft hinausgehe: Das Restaurant sei ein Gemeinschaftszentrum gewesen. Die Leitung des Untersuchungsausschusses stellte fest, dass führende Persönlichkeiten der Gesellschaft nach dem Terroranschlag von Bondi endlich erkannt hätten, wie real und gefährlich der Antisemitismus für das Land sei.
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