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Wirtschaft 18.06.2026, 07:30

Arbeitsmarkt in Großbritannien: Weniger Neueinstellungen und offene Stellen

Neueinstellungen fielen im April auf unter 540.000 – Tiefststand seit März 2021.

Wichtige Fakten

  • Neueinstellungen fielen im April auf unter 540.000 – Tiefststand seit März 2021.
  • Offene Stellen sanken auf 707.000 im März-Mai – niedrigster Wert seit Februar-April 2021.
  • Die Arbeitslosenquote sank leicht von 5,0% auf 4,9%.
  • Das reguläre Lohnwachstum lag bei 3,4% – stabil, aber im privaten Sektor am niedrigsten seit 5,5 Jahren.
  • Aufgrund des schwachen Arbeitsmarktes wird eine Zinsentscheidung der Bank of England erwartet.

Arbeitsmarkt zeigt Schwächezeichen

Die Zahl der Menschen, die eine neue Stelle antreten, ist in Großbritannien auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Laut dem Office for National Statistics (ONS) sanken die Neueinstellungen im April auf knapp unter 540.000 – der niedrigste monatliche Wert seit März 2021. Gleichzeitig fiel die Zahl der offenen Stellen im Zeitraum März bis Mai auf 707.000, ebenfalls ein Tiefstand seit 2021. Besonders stark rückläufig sind die Vakanzen in professionellen Dienstleistungen, aber auch im Einzelhandel und Gastgewerbe.

Lohnwachstum stabil, Privatsektor schwächelt

Die regulären Löhne, ohne Bonuszahlungen, stiegen annualisiert um 3,4 %, unverändert zum Vormonat. Damit liegen die Lohnsteigerungen weiterhin leicht über der Inflation. Allerdings sinkt das Lohnwachstum im privaten Sektor auf den niedrigsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. ONS-Ökonomin Liz McKeown deutete die Entwicklung als Zeichen von Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen und verwies auf vermehrte Selbstständigkeit bei Arbeitnehmern.

Auswirkungen auf Geldpolitik

Die Daten erscheinen kurz vor der Zinsentscheidung der Bank of England. Analysten gehen davon aus, dass die Notenbank ihren Leitzins bei 3,75 % belassen wird, da der Arbeitsmarkt kaum Inflationsdruck erzeugt. KPMG-Chefvolkswirtin Yael Selfin betonte, dass Arbeitnehmer aufgrund der schwachen Wirtschaftslage seltener höhere Löhne fordern. Die Einstellungszahlen zeigen laut REC-Direktorin Shazia Ejas, dass Zeitarbeit besser abschneidet als Festanstellungen – eine Folge globalen Drucks und politischer Unsicherheit.

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