Teilen:
Wissen 06.04.2026, 03:40 Aktualisiert: 06.04.2026, 18:03

Artemis II: Rekordflug zur Mondrückseite und Ostergrüße aus dem All

Artemis-II-Crew erreichte als erste Menschen seit 1972 die Einflusssphäre des Mondes.

Wichtige Fakten

  • Artemis-II-Crew erreichte als erste Menschen seit 1972 die Einflusssphäre des Mondes.
  • Raumfahrer stellten neuen Entfernungsrekord von über 400.000 km von der Erde auf.
  • Toilettenprobleme mit stechendem Geruch beeinträchtigen weiterhin die Mission.
  • Crew besteht aus drei US-Amerikanern und einem Kanadier mit historischen Premieren.
  • Mission dient als Vorbereitung für bemannte Mondlandungen ab 2028.

Historischer Flug zur Mondrückseite

Die NASA-Mission Artemis II hat einen historischen Meilenstein erreicht, als die Crew aus drei Amerikanern und einem Kanadier die Einflusssphäre des Mondes erreichte – der Punkt, an dem die Anziehungskraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirkt als die der Erde. Die Astronauten sind damit die ersten Menschen seit über 50 Jahren, die zum Mond unterwegs sind, und haben den Rekord für die größte Entfernung von der Erde gebrochen, der seit Apollo 13 bestand. Sie flogen dabei etwa 4.000 Meilen (6.400 km) über der Mondoberfläche und erreichten eine Entfernung von über 400.000 km von der Erde.

Wissenschaftliche Beobachtungen und Kommunikationsblackout

Während des sechsstündigen Vorbeiflugs an der Mondrückseite konnten die Astronauten eine 53-minütige Sonnenfinsternis beobachten und das Orientale-Becken direkt sehen, eine Mondregion, die bisher nur von Sonden erkundet wurde. Sie nahmen tausende Bilder auf und dokumentierten potenzielle Landezonen für künftige Missionen, darunter die mysteriöse Reiner-Gamma-Formation. Während des Flugs hinter dem Mond brach der Funkkontakt für etwa 40 Minuten ab, da die Mondoberfläche die Radiosignale blockierte.

Technische Herausforderungen und Crew-Moral

Trotz des erfolgreichen Verlaufs berichtet die Crew von anhaltenden Problemen mit der Bordtoilette, die nach dem Start versagte und nur sporadisch funktioniert. Ingenieure vermuten, dass Eis die Abwasserleitung blockiert, was zu einem stechenden Geruch in der Orion-Kapsel führt. Die Astronauten müssen auf Ersatzbeutel zurückgreifen, doch die Stimmung an Bord bleibt laut Kommandant Reid Wiseman hoch, unterstützt durch tägliche Routinen und eine Ostereiersuche mit dehydrierten Rühreiern.

Rückkehr und Zukunftsperspektiven

Die Mission sammelt wertvolle Daten und Bilder, die als Vorbereitung für ambitionierte Pläne der NASA dienen, bis 2028 eine permanente Mondbasis nahe dem Südpol zu errichten und langfristig die Exploration des Weltraums voranzutreiben. Die Rückkehr der Orion-Kapsel ist für den 10. April mit einer Wasserung im Pazifik bei San Diego geplant, neun Tage nach dem Start von Cape Canaveral.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.