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International 25.04.2026, 01:02 Aktualisiert: 25.04.2026, 15:03

Australische Frauen und Kinder verlassen Syrien-Lager

Vier australische Frauen und neun Kinder verließen das Al-Roj-Lager in Nordsyrien.

Wichtige Fakten

  • Vier australische Frauen und neun Kinder verließen das Al-Roj-Lager in Nordsyrien.
  • Sie reisen unter Kontrolle der syrischen Regierung in Richtung Damaskus.
  • Sieben weitere Frauen und 14 Kinder verbleiben im Lager.
  • Die australische Regierung lehnt eine Rückführungshilfe ab.
  • Das Lager wird aufgrund von Sicherheitsproblemen und US-Druck geschlossen.

Hintergrund der Lagerinsassen

Vier australische Frauen und neun ihrer Kinder und Enkelkinder haben das syrische Lager Al-Roj verlassen, in dem seit über sechs Jahren Frauen und Kinder von IS-Kämpfern festgehalten werden. Die Gruppe reist auf dem Landweg in die Hauptstadt Damaskus unter Kontrolle der syrischen Regierung. Im Februar war ein ähnlicher Versuch gescheitert, weil die Koordination mit Damaskus fehlte. Rund sieben weitere Australierinnen und 14 Kinder bleiben in dem Lager. Keine der Frauen wurde strafrechtlich angeklagt, aber eine Person hat eine zeitweilige Einreisesperre für Australien erhalten.

Haltung der australischen Regierung

Die australische Regierung unter Premierminister Anthony Albanese betont, dass sie an dieser Rückführung nicht beteiligt sei. Vize-Premierminister Richard Marles sagte, man habe „keine Rolle“ bei der Rückholung. Während Australien 2019 und 2022 bereits zwei erfolgreiche Rückführungsmissionen durchführte, verweigerte es seither die Hilfe für die übrigen Staatsbürger. Ein im Jahr 2024 geplantes Kabinettsvorhaben von Innenministerin Clare O’Neil wurde aufgrund von politischen Bedenken in westlichen Sydney-Wahlkreisen aufgegeben.

Lagerschließung und US-Druck

Das unter kurdischer Kontrolle stehende Lager wird schrittweise geschlossen, bevor die syrische Regierung die Kontrolle übernimmt. Die USA, die die Sicherheitsoperationen in der Region finanzieren, drängen auf eine Schließung und die Rückführung aller Insassen. Die Bedingungen im Lager haben sich verschlechtert, mit Ruhr und Grippe, und es wird als „Brutstätte für Radikalisierung“ beschrieben.

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