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Kultur 17.06.2026, 14:58 Aktualisiert: 17.06.2026, 23:02

"Backrooms": Vom Internet-Mythos zum Kinohit

Der Film basiert auf einem Foto von 2019 aus 4chan.

Wichtige Fakten

  • Der Film basiert auf einem Foto von 2019 aus 4chan.
  • Regisseur Kane Parsons war bei Drehbeginn 19 Jahre alt.
  • Produktionskosten: 10 Mio. Dollar; Einspielergebnis: 260 Mio. Dollar.
  • Erzählt wird die Geschichte eines Möbelverkäufers in einer endlosen gelben Flurwelt.
  • Der Film kombiniert Internetästhetik mit klassischer Horrorstruktur.

Entstehung und Hintergrund

"Backrooms" ist ein Low-Budget-Projekt, das aus einem vergilbten Internetfoto auf 4chan aus dem Jahr 2019 entstand. Ein Nutzer erfand die Hintergrundgeschichte eines ‚Noclippens‘ aus der Realität in eine endlose, gelbe Zone mit nassem Teppichgeruch. Diese Creepypasta verbreitete sich auf Reddit, TikTok und YouTube und wurde zum offenen Baukasten für tausende Mitautor:innen.

Handlung und Inszenierung

Der Kinofilm, inszeniert vom damals 19-jährigen YouTuber Kane Parsons, folgt dem Möbelverkäufer Clark (Chiwetel Ejiofor), der durch einen Spalt im Keller seines Ladens in die Backrooms gelangt – eine unendliche Zwischenwelt aus gelben Fluren, Treppenhäusern und kahlen Räumen. Seine Psychotherapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) vermutet zunächst einen Nervenzusammenbruch, sucht ihn jedoch und gerät selbst in diese Albtraum-Architektur, in der monströse Wesen lauern und ein mysteriöses Unternehmen namens Async laut malt.

Rezeption und kulturelle Bedeutung

"Backrooms" hat bei Produktionskosten von rund 10 Millionen US-Dollar weltweit 260 Millionen US-Dollar eingespielt und ist ein Überraschungserfolg. Der Film bedient sich der Ästhetik von „Liminal Spaces“ – Seelenlosen Übergangsräumen, die als eigentliche Bedrohung erscheinen. Er polarisiert: Gelobt werden Atmosphäre und existenzielle Themen, kritisiert wird die Anlehnung an Vorbilder wie „The Shining“ oder „Severance“. Dennoch gilt er als Zeichen dafür, dass YouTuber mit vorgefertigtem Online-Publikum verstärkt ins Kino drängen. Der Film trifft einen Nerv einer Generation, die gesellschaftliche Isolation und Unsicherheit erlebt.

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