BaFin wegen schwacher Klimakontrolle in der Kritik
Wichtige Fakten
- • BaFin hat nur 2,5 Vollzeitstellen für Klimarisiken bei 2.400 Banken.
- • 2026 gab es 79 Mängel bei Nachhaltigkeitsprüfungen durch die BaFin.
- • BaFin fordert Banken auf, Klimawandel im Risikomanagement zu berücksichtigen.
- • Klumpenrisiken durch regionale Kredite an Landwirte oder Altbauten werden befürchtet.
- • Finanzwende kritisiert zu wenige Sonderprüfungen mit Fokus auf Nachhaltigkeit.
Kritik an unzureichender Klimaüberwachung
Die Bürgerbewegung Finanzwende hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) scharf kritisiert, weil sie Klimarisiken nicht ausreichend berücksichtige. Mit einem großen Papiertiger vor dem Frankfurter Literaturhaus, wo die BaFin ihre Jahrespressekonferenz abhielt, protestierten Aktivisten gegen die aus ihrer Sicht zu geringe Personalausstattung und die wenigen gezielten Prüfungen zu Nachhaltigkeitsrisiken. Laut einer Anfrage der Grünen sind in der Bankenaufsicht nur zweieinhalb Vollzeitstellen für diesen Bereich vorgesehen, was Finanzwende für viel zu wenig hält.
Defizite im Risikomanagement der Banken
Die BaFin hatte Ende 2025 bei knapp 100 Instituten Prüfungen durchgeführt, bei denen auch Nachhaltigkeitsrisiken abgefragt wurden – im Vorjahr waren es ähnlich viele. Dabei stellte die Aufsicht 79 Mängel fest, die die Institute beheben sollten. Dennoch räumt die BaFin ein, dass Banken Risiken durch klimabedingte Naturkatastrophen wie Überschwemmungen häufig noch nicht ausreichend abbilden. Eine neu geschaffene Abteilung für nachhaltige Finanzen soll helfen, doch Kritiker sehen weiterhin großen Handlungsbedarf.
Experten warnen vor Klumpenrisiken
Der Professor für nachhaltige Finanzwirtschaft Christian Klein von der Universität Kassel warnt vor systematischen Risiken: Regionalbanken finanzieren oft ganze Branchen wie Landwirtschaft oder Produktion vor Ort. Häufen sich Dürren oder Überschwemmungen in einer Region, könnte das für die Banken zu einem gefährlichen Klumpenrisiko werden. Schon die BaFin selbst warnte 2025, als die Kreditvergabe nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und für unsanierte Altbauten für Privatinsolvenzen sorgen könnte. Der Vorwurf der Zahnlosigkeit bleibt vorerst bestehen.
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