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Gesellschaft 03.07.2026, 03:50 Aktualisiert: 03.07.2026, 12:03

BBC enthüllt: Instagram schaltet Werbung für sexuellen Kindesmissbrauch in Indien

BBC fand bezahlte Instagram-Werbung mit Begriffen wie „Vergewaltigungsvideo

Wichtige Fakten

  • BBC fand bezahlte Instagram-Werbung mit Begriffen wie „Vergewaltigungsvideo
  • Werbung verlinkte auf Telegram-Kanäle mit Material für weniger als 1 Euro
  • Meta hat mehr als 4 Millionen Konten im Jahr 2025 automatisch deaktiviert
  • Telegram hat 2024 über 274.000 Gruppen zu CSAM entfernt
  • Indien erhielt 2025 1,9 Millionen Meldungen zu CSAM über NCMEC

Instagram-Werbung für sexuellen Kindesmissbrauch

Eine BBC-Eye-Recherche hat ergeben, dass Instagram in Indien Werbung für Material sexuellen Kindesmissbrauchs (CSAM) geschaltet hat. Die Anzeigen verwendeten Begriffe wie 'Rape Video' und verlinkten auf Telegram-Kanäle, wo die Inhalte für umgerechnet etwa einen US-Dollar verkauft wurden. BBC-Verifikation zeigte, dass Instagram-Werbung vor Veröffentlichung durch KI überprüft wird, aber dennoch solche Anzeigen zugelassen wurden. Ein ehemaliger Facebook-Manager kritisierte Metas Algorithmus, der auf Klick- und Umsatzmaximierung ausgelegt sei und daher extreme Inhalte fördere.

Reaktionen von Meta und Telegram

Meta teilte mit, dass es nach BBC-Kontakt die Werbeanzeigen und Konten gesperrt habe und das Problem ernst nehme. Man habe eigene Maßnahmen verstärkt, darunter automatische Deaktivierung von über vier Millionen Konten allein 2025. Telegram erklärte, zwischen 2023 und 2024 mehr als 274.000 Gruppen und Kanäle zu CSAM entfernt zu haben, bericht aber weiterhin Inhalte an. Ein indischer Cyber-Sicherheitsbeamter wies darauf hin, dass die meisten CSAM-Warnungen in Indien von Meta-Plattformen stammen, was aber auch an deren besseren Erkennungsalgorithmen liegen könne.

Rechtliche und gesellschaftliche Bedeutung

Die Verbreitung von CSAM und Pornografie ist in Indien strafbar. Ein ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofs kritisierte, dass Instagram durch solche Werbung mit kriminellen Aktivitäten Geld verdiene. Er forderte eine staatliche Untersuchung. Experten betonen, dass CSAM in Indien häufig von Menschenhändlern produzierte werde und die Strafverfolgung technisch besser ausgestattet werden müsse. Internationale Kooperation sei für die Strafverfolgung unverzichtbar.

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