Belgien kämpft gegen den Einfluss des Drogenhandels auf Justiz und Gesellschaft
Wichtige Fakten
- • Antwerpener Hafen ist Haupteingangspunkt für Kokain nach Europa mit über 70% Marktanteil 2024.
- • 121 Tonnen Kokain wurden 2023 in Belgien beschlagnahmt, 2024 sank die Menge auf 44 Tonnen.
- • Richter und Staatsanwälte leben teils in sicheren Häusern aufgrund von Bedrohungen durch Drogenbanden.
- • Eine anonyme Kampagne 'Five to Twelve' warnt vor systemischer Krise im belgischen Justizsystem.
- • Über 1.200 Personen wurden seit 2021 wegen Drogenverbrechen im Sky-ECC-Netzwerk verurteilt.
Justiz in der Krise
Führende belgische Juristen, darunter Bart Willocx, Präsident des Antwerpener Berufungsgerichts, und Generalstaatsanwalt Guido Vermeiren, warnen davor, dass ihr Land durch den massiven internationalen Drogenhandel zunehmend zu einem "Narco-Staat" wird. Der Hafen von Antwerpen dient als Haupteingangspunkt für Kokain nach Europa, was zu Korruption, Gewalt und Bedrohungen gegen Justizbeamte führt. Richter müssen teilweise in sicheren Häusern leben, und Portmitarbeiter werden erpresst oder angegriffen.
Systemische Bedrohung
Eine anonyme Kampagne namens "Five to Twelve" wurde von Antwerpener Gerichten initiiert, um auf die akute Krise des Justizsystems hinzuweisen. Trotz Zusagen der Regierung für zusätzliche Milliardeninvestitionen bis 2029 bleiben die Ressourcen knapp, was zu Überlastung und Sicherheitsrisiken führt. Die Aufdeckung des Sky-ECC-Netzwerks zeigte das Ausmaß der organisierten Kriminalität, die von Dubai bis Südamerika reicht und bereits zu über 1.200 Verurteilungen führte.
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