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Kultur 03.03.2026, 07:38

Berlinale-Intendantin Tuttle bleibt im Amt trotz Kontroversen

Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle will weiter im Amt bleiben und ihre Arbeit fortsetzen.

Wichtige Fakten

  • Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle will weiter im Amt bleiben und ihre Arbeit fortsetzen.
  • Kritik entstand durch den Umgang mit Nahost-Protesten während des Filmfestivals.
  • Tausende Filmschaffende unterstützten Tuttle in offenen Briefen, darunter auch israelische Kollegen.
  • Am Mittwoch findet eine weitere Aufsichtsratssitzung zur Zukunft der Berlinale im Kanzleramt statt.
  • Die Linkspartei will Kulturstaatsminister Weimer in den Bundestags-Kulturausschuss einladen, um über die Vorgänge zu berichten.

Zusammenfassung

Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle hat bekräftigt, trotz der jüngsten Kontroversen weiter im Amt bleiben zu wollen. In einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa) betonte sie ihren Stolz auf das Festivalteam und den Wunsch, die Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit fortzusetzen. Zuvor hatte es Spekulationen über ihren Rücktritt gegeben, nachdem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) berichtete, Tuttle habe ihre Zukunft infrage gestellt, da sie in der "vergifteten Atmosphäre" kaum weiterarbeiten könne. Sie erklärte nun, dass sie und Weimer ehrlich über die Möglichkeit ihrer einvernehmlichen Kündigung gesprochen hätten.

Hintergrund der Debatte

Die Kontroverse entstand durch Debatten über mögliche Positionierungen zum Krieg in Gaza und Israel während des Filmfestivals. Beispielsweise warf der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung auf der Bühne vor, Partner "des Völkermords im Gazastreifen" zu sein. Ein Foto mit einer Palästina-Flagge und Kufiyas wurde teils scharf kritisiert. Tuttle erhielt jedoch Rückendeckung von Tausenden Filmschaffenden in offenen Briefen, darunter auch israelische Kollegen, was aus ihrer Sicht die Bedeutung demokratischer Rahmenbedingungen für kulturelle Einrichtungen unterstrich und ihre eigene Klarheit nach schwierigen Wochen wiederherstellte.

Aktuelle Entwicklungen

Am Mittwoch findet ab 11:30 Uhr im Kanzleramt eine weitere Aufsichtsratssitzung der Berlinale-Trägergesellschaft statt, um über die künftige Zusammenarbeit zu sprechen. Die Bundesregierung sieht dieser Sitzung mit "großer Gelassenheit" entgegen und hofft, die Aufregung damit zu beenden. Kulturstaatsminister Weimer zeigte sich zuversichtlich, die Berlinale zukunftsfest aufzustellen. Parallel dazu will die Linkspartei Weimer in den Bundestags-Kulturausschuss einladen, um über die Vorgänge und die Sicherung der Unabhängigkeit des Festivals zu berichten, wobei sie eine Neuausrichtung der Politik der Bundesregierung fordert, die die Kunstfreiheit garantieren soll.

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