BHP verzögert Dekarbonisierung: Skrupellos oder clever?
Wichtige Fakten
- • BHP erhielt 622 Mio. $ Diesel-Steuergutschriften bei nur 9 Mio. $ Zahlungen für Emissionen.
- • Das Unternehmen stoppte ein Projekt zur globalen Emissionsreduktion und verzögerte Erneuerbare-Projekte.
- • Umstellung auf Elektro-Lkw und -Züge wird laut Dokumenten erst in den nächsten 20 Jahren angestrebt.
- • Australiens Safeguard Mechanism zeigt laut Experten mangelnde Wirkung.
Leaks zeigen BHP-Klima-Rückzieher
Geleakte interne Dokumente von BHP, die von Guardian und ABC veröffentlicht wurden, belegen laut Senator David Pocock, dass der Bergbauriese die australische Klimapolitik „verlacht“. BHP strich ein globales Emissionsreduktionsprojekt, verzögerte den Ausbau erneuerbarer Energien in der Pilbara und verlegte die Elektrifizierung von Diesel-Lkw und -Zügen auf Jahrzehnte. Dies geschah trotz interner Memos von 2023, die eine rasche Dekarbonisierung als Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung bezeichneten.
Safeguard Mechanism und Steuerrabatte
Der Safeguard Mechanism verpflichtet große Emittenten zur jährlichen Emissionssenkung, erlaubt aber den Zukauf von Zertifikaten. BHP zahlte im letzten Jahr laut Analyse weniger als 9 Millionen Dollar an Gebühren, erhielt aber 622 Millionen Dollar an Diesel-Steuergutschriften, davon 379 Millionen für Eisenerzminen in Westaustralien. Dieser Widerspruch stieß bei Politikern auf scharfe Kritik.
Reaktionen aus Politik und Verbänden
Die unabhängige Abgeordnete Kate Chaney forderte eine Begrenzung des Dieselrabatts für Großkonzerne sowie eine Verschärfung des Sicherheitsmechanismus. Klimaminister Chris Bowen verteidigte die flexible Ausgestaltung des Systems, schloss aber sofortige Reformen aus. BHP selbst verweist auf eine 36-prozentige Emissionssenkung seit 2020 und den fehlenden Markt für batterieelektrische Lkw. Die Labour-nahe Aktivistengruppe Lean drängt auf eine Deckelung des Steuerrabatts, die noch auf dem Bundesparteitag diskutiert werden soll.
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