Bisher unbekannte Bakterienart könnte Behandlung von Noma-Krankheit revolutionieren
Wichtige Fakten
- • Bisher unbekannte Treponema-Bakterienart (Treponema A) bei Noma-Patienten nachgewiesen.
- • Noma ist eine tödliche und entstellende Krankheit, die vor allem arme, unterernährte Kinder betrifft.
- • Ohne Behandlung liegt die Sterblichkeit bei 90%.
- • Neue Erkenntnisse könnten Früherkennung und gezielte Antibiotikatherapie ermöglichen.
Entdeckung einer neuen Bakterienart bei Noma
Forschende der Liverpool School of Tropical Medicine haben bei Noma-Patienten eine bisher unbekannte Bakterienart der Gattung Treponema entdeckt, die als Treponema A bezeichnet wird. Noma ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit, die vor allem bei armen und mangelernährten Kindern im Sahel Afrikas auftritt. Die Krankheit beginnt mit einem Zahnfleischgeschwür und kann innerhalb weniger Tage zu Gewebezerstörungen im Mund- und Gesichtsbereich führen. Ohne Antibiotikabehandlung ist die Krankheit zu 90 % tödlich.
Genetische Analyse zeigt verändertes Mikrobiom
Mithilfe moderner genetischer Analysen untersuchten die Forschenden die bakterielle Gemeinschaft im Mund von 19 an Noma erkrankten Kindern in Nigeria. Dabei zeigte sich ein erheblich gestörtes Mikrobiom: Gesunde Bakterien waren reduziert, während andere Bakterienstämme massiv vermehrt waren. In den meisten Proben fanden sich zudem die neu entdeckten Treponema A-Bakterien.
Bedeutung für Diagnose und Behandlung
Obwohl zur Kausalität noch keine Aussagen getroffen werden können, bestätigen die Ergebnisse den Nutzen der Detektion von Treponema A für die Früherkennung. Eine gezielte Testung könnte Kindern mit Zahnfleischentzündung (Gingivitis) helfen, eine Behandlung mit Antibiotika zu erhalten, bevor die Noma fortschreitet. Zudem könnte das veränderte Mikrobiom auf einen möglichen Nutzen von Probiotika in der Prävention hinweisen. Die wissenschaftliche Studie wurde im Journal PLoS Neglected Tropical Diseases veröffentlicht und umfasst Beiträge von Universitäten aus Liverpool, der Universität des Saarlandes sowie von Ärzte ohne Grenzen und Kinderspitälern in Nigeria.
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