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International 13.02.2026, 04:39 Aktualisiert: 13.02.2026, 18:06

Bangladesch nach Parlamentswahl: BNP mit absoluter Mehrheit, Rahman neuer Premier

Die BNP gewann 209 Sitze plus 3 für Partner und erreicht absolute Mehrheit.

Wichtige Fakten

  • Die BNP gewann 209 Sitze plus 3 für Partner und erreicht absolute Mehrheit.
  • Wahlbeteiligung lag bei 59%, etwa 127 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.
  • Sheikh Hasina wurde 2025 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, ihre Partei war von der Wahl ausgeschlossen.
  • Tarique Rahman kehrte nach 17 Jahren Exil zurück und wird neuer Premierminister.
  • Die Jamaat-e-Islami äußerte Zweifel am Wahlergebnis, akzeptierte aber die Niederlage.

Wahlergebnis und politischer Wandel

Die Nationalistische Partei Bangladeschs (BNP) hat bei der ersten Parlamentswahl seit dem Sturz der langjährigen Premierministerin Sheikh Hasina im Jahr 2024 einen klaren Sieg errungen. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission gewann die BNP in 209 von 297 Wahlkreisen, in denen Ergebnisse vorlagen, und erreicht damit mit drei zusätzlichen Sitzen für Partner eine absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei 59%, wobei etwa 127 Millionen Menschen wahlberechtigt waren, darunter 44% unter 37 Jahren. Die Wahl galt als Test für einen geordneten demokratischen Übergang nach den blutigen Unruhen von 2024, bei denen nach UN-Angaben etwa 1.400 Menschen getötet wurden.

Reaktionen und Herausforderungen

Die BNP hatte bereits frühzeitig den Sieg für sich reklamiert, während die islamistische Jamaat-e-Islami, die zweitstärkste Partei wurde, Zweifel am Wahlergebnis äußerte und von "Abweichungen und Unstimmigkeiten" sprach. Dennoch räumte ihr Chef Shafiqur Rahman die Niederlage ein und kündigte eine "positive Politik" an, nicht Opposition um der Opposition willen. Der voraussichtliche neue Regierungschef Tarique Rahman, Sohn der ehemaligen Premierministerin Khaleda Zia, kehrte im Dezember nach 17 Jahren Exil aus London zurück. Im Wahlkampf versprach er Finanzhilfen für arme Familien, Amtszeitbegrenzungen für Regierungschefs und wirtschaftliche Stärkung durch ausländische Investitionen.

Kontext und Ausblick

Sheikh Hasina, die 2024 nach Indien floh, wurde im November 2025 von einem Straftribunal in Abwesenheit wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt; ihre Partei Awami-Liga war von der Wahl ausgeschlossen. Die neue BNP-Regierung muss nun die Erwartungen der Bevölkerung, insbesondere der jungen Wähler, an Reformen und Stabilität erfüllen, während die politische Landschaft sich nach Jahren der Repression neu ordnet. Die hohe Wahlbeteiligung deutet auf ein starkes Bedürfnis nach politischer und wirtschaftlicher Entspannung hin, doch bleibt die Frage, ob die etablierte BNP die Hoffnungen auf einen grundlegenden Neuanfang erfüllen kann.

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