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Wirtschaft 09.04.2026, 05:28 Aktualisiert: 09.04.2026, 10:05

Börsen unter Druck: Waffenruhe bröckelt, Ölpreise steigen

Der DAX eröffnete mit 23.966 Punkten, nach einem Verlust von 0,5% zu Handelsbeginn.

Wichtige Fakten

  • Der DAX eröffnete mit 23.966 Punkten, nach einem Verlust von 0,5% zu Handelsbeginn.
  • Der Brent-Ölpreis stieg wieder auf rund 97 Dollar pro Barrel nach einem Tiefstand.
  • Die Straße von Hormus bleibt für Öltransporte faktisch gesperrt, mit Berichten über Verminung.
  • Deutschlands Exporte stiegen im Februar, während die Industrieproduktion überraschend sank.
  • Iran droht mit dem Platzenlassen der Waffenruhe, falls die USA den Krieg via Israel fortsetzen.

Börsenernüchterung nach brüchiger Waffenruhe

Nach einer kurzen Erholungsrallye breitet sich an den europäischen Börsen Ernüchterung aus, da Zweifel an der Haltbarkeit der vereinbarten Waffenruhe zwischen den USA und Iran wachsen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) büßte zu Handelsbeginn ein halbes Prozent ein und eröffnete den Tag mit 23.966 Punkten, während Anleger angesichts wieder steigender Ölpreise defensiver agieren. Die Waffenruhe im Nahen Osten erweist sich als brüchig, nachdem Israels Luftangriffe im Libanon und Drohungen des Irans die Lage verschärfen; der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte auf der Plattform X, die USA müssten sich zwischen Waffenruhe und Fortsetzung des Krieges via Israel entscheiden.

Ölmarkt und geopolitische Spannungen

Die wachsenden Spannungen wirken sich vor allem auf den Ölmarkt aus, wo der Preis für Brent-Öl nach einem Tiefstand von fast 90 Dollar wieder auf rund 97 Dollar pro Barrel steigt. Berichten zufolge gibt es kaum Anzeichen dafür, dass die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus wieder frei befahrbar ist; eine in iranischen Medien veröffentlichte Grafik legt sogar eine Verminung der Straße nahe, und die iranische Marine hat Schiffe gewarnt, dass sie ohne Erlaubnis "zielgerichtet und zerstört" werden könnten. Diese Unsicherheiten dämpfen die Stimmung an den globalen Börsen, mit Verlusten in Asien und zuvor gefeierten Gewinnen in den USA.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Börsen

Die brüchige Waffenruhe hat die Stimmung an den asiatischen Börsen gedämpft, mit Kursverlusten im japanischen Nikkei 225 (0,7% tiefer) und in Südkorea (1,6% nach unten nach einem starken Vortagssprung). In den USA hatten Anleger die Waffenruhe noch gefeiert, mit deutlichen Gewinnen im Dow-Jones-Index (2,9% höher) und anderen Indizes. Auf Unternehmensseite stehen insbesondere Autowerte unter Druck, da die Branche von Zulieferungen abhängt, die die Straße von Hormus passieren müssen. Zudem zeigen gemischte Konjunkturdaten für Deutschland: Exporte stiegen im Februar, während die Industrieproduktion überraschend sank, was auf einen verhaltenen Jahresauftakt der Wirtschaft hindeutet, bereits vor dem Energiepreisschock im März.

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