Bolivien: Proteste und Blockaden verschärfen Krise
Wichtige Fakten
- • Massive Proteste und Blockaden in Bolivien seit Tagen.
- • Präsident Rodrigo Paz wird von breiten Bevölkerungsschichten kritisiert.
- • Regierungspartei in der Krise, Ex-Präsident Morales sieht Chancen.
- • Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoff in La Paz kritisch.
- • Polizisten und Demonstranten liefern sich Straßenschlachten, Dutzende Verletzte.
Proteste in Bolivien erreichen neuen Höhepunkt
In Bolivien protestieren seit Tagen tausende Menschen gegen die Mitte-Rechts-Regierung von Präsident Rodrigo Paz. Die Blockaden von Straßen haben die Metropole La Paz weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff werden knapp, die Preise steigen drastisch. Demonstrierende fordern den Rücktritt von Paz, den sie als Versager und Vaterlandsverräter bezeichnen. Präsident Paz sieht den früheren Präsidenten Evo Morales als Drahtzieher der Unruhen, doch Experten bezweifeln, dass Morales alleiniger Initiator ist. Die Proteste hatten zunächst begonnen, als die Regierung Lohnforderungen und Benzinzugang nicht erfüllte.
Regierung unter Druck
Rodrigo Paz hat eine Kabinettsumbildung und einen Sozial- und Wirtschaftsrat angekündigt, um betroffene Gruppen einzubeziehen. Die USA und mehrere rechtsgerichtete lateinamerikanische Regierungen warnten vor einer Destabilisierung der demokratischen Ordnung. Politislologen sehen die Gefahr einer weiteren Polarisierung. Die Ombudsstelle zählt bereits über 45 Festnahmen und Dutzende Verletzte bei Zusammenstößen mit der Polizei.
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