Teilen:
Politik 19.05.2026, 06:12 Aktualisiert: 19.05.2026, 08:01

Bolivien: Polizei und Morales-Anhänger liefern sich Zusammenstöße in La Paz

Tausende Demonstranten fordern Rücktritt von Präsident Paz.

Wichtige Fakten

  • Tausende Demonstranten fordern Rücktritt von Präsident Paz.
  • 90 Festnahmen bei Protesten vor dem Regierungssitz in La Paz.
  • Polizei setzt Tränengas gegen gewaltsame Demonstranten ein.
  • Präsident Paz wirft Ex-Präsident Morales Orchestrierung vor.
  • Bolivien steckt in schwerster Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.

Zusammenstöße in La Paz

In Boliviens Hauptstadt La Paz sind am Montag Anhänger des früheren Präsidenten Evo Morales mit der Polizei zusammengestoßen. Tausende Demonstranten versammelten sich vor dem Regierungssitz und forderten den Rücktritt von Präsident Rodrigo Paz. Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, nachdem Demonstranten versuchten, Polizeisperren zu durchbrechen. Es waren Explosionen zu hören, mehrere Gebäude wurden evakuiert. Einige Teilnehmer rissen Ladentüren heraus und entzündeten Sofas als Barrikaden. 90 Menschen wurden festgenommen. Unter den Protestierenden sind Bauern, Bergleute, Lehrer und indigene Gemeinschaften, die höhere Löhne und ein Ende der Privatisierung von Staatsunternehmen fordern.

Polizei und Regierung reagieren

Der stellvertretende Innenminister Hernán Paredes betonte, dass Proteste friedlich möglich seien, die Regierung jedoch bei Straftaten eingreifen werde. Die Staatsanwaltschaft kündigte einen Haftbefehl gegen den Vorsitzenden der größten Gewerkschaft COB, Mario Argollo, wegen Terrorismusvorwürfen an. Präsident Paz wirft Morales vor, die Unruhen zu orchestrieren, um seine Regierung zu schwächen. Seit Wochen hatten Straßenblockaden Städte abgeschnitten und zu Engpässen bei Lebensmitteln und Treibstoff geführt.

Wirtschaftskrise und politische Spannungen

Die Unruhen sind die bislang größte Herausforderung für Präsident Paz, der seit sechs Monaten im Amt ist. Bolivien steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Paz versucht, Sparmaßnahmen mit dem Druck aus dem Morales-Lager in Einklang zu bringen. Einige Streiks wurden beigelegt, doch die Proteste dauern an. Evo Morales entzieht sich seit anderthalb Jahren einem Haftbefehl wegen einer Beziehung zu einer Minderjährigen; er weist die Vorwürfe zurück.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.