Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen: Polizei prüft Verbindung zu iranischen Stellvertretern
Wichtige Fakten
- • Counter Terrorism Police prüfen mögliche Verbindungen der Angriffsserie zu einer Gruppe mit Verbindungen nach Iran.
- • Die Gruppe Ashab al-Yamin hat die Angriffe online beansprucht und ähnliche Attacken in Europa verübt.
- • Premierminister Keir Starmer und Oberrabbiner Sir Ephraim Mirvis verurteilen die Angriffe als feige und abscheulich.
- • Die Metropolitan Police hat ihre Präsenz in Nordwest-London mit zusätzlichen Beamten und Anti-Terror-Ressourcen verstärkt.
- • Bisher gab es keine Festnahmen, Ermittlungen laufen unter Anwendung des National Security Act weiter.
Neuer Brandanschlag in Harrow
In der Nacht zu Sonntag wurde ein weiterer Brandanschlag auf eine jüdische Einrichtung in Nordwest-London verübt. Ziel war die Kenton United Synagogue in Harrow, bei der geringer Rauchschaden in einem Innenraum entstand, aber keine Personen verletzt wurden und kein größerer struktureller Schaden gemeldet wurde. Polizeibeamte auf Patrouille bemerkten um Mitternacht Schäden an einem Fenster und Rauch im Inneren, wobei ein Fläschchen mit Brandbeschleuniger durch das Fenster geworfen worden war. Die London Fire Brigade wurde alarmiert und bestätigte, dass keine weitere Brandgefahr bestand.
Ermittlungen zu iranischen Verbindungen
Die Counter Terrorism Police untersuchen diesen Vorfall im Zusammenhang mit einer Serie ähnlicher Angriffe auf jüdisches Eigentum in den letzten Wochen. Deputy Assistant Commissioner Vicki Evans erklärte, die meisten Angriffe seien online von der Gruppe Ashab al-Yamin beansprucht worden, die auch Attacken auf jüdische Ziele in Europa verübt habe. Die Polizei prüft mögliche Verbindungen dieser Gruppe zum Iran und ob es sich um iranische Stellvertreterangriffe handelt. Evans betonte, dass identifizierte Täter nach dem National Security Act mit schweren Strafen verfolgt werden könnten.
Reaktionen der Gemeinschaft und Politik
Oberrabbiner Sir Ephraim Mirvis sprach von einer "anhaltenden Kampagne der Gewalt und Einschüchterung", die an Dynamik gewinne, und bezeichnete den jüngsten Angriff als "feige". Premierminister Keir Starmer verurteilte die Attacken als "abscheulich" und kündigte an, die sichtbare Polizeipräsenz zu erhöhen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Saul Taylor von der United Synagogue forderte die Regierung auf, öffentlich eine "Epidemie des antijüdischen Hasses" zu erklären. Der Community Security Trust (CST) arbeitet eng mit der Polizei zusammen und unterstützt die betroffene Synagoge.
Weitere Vorfälle und polizeiliche Maßnahmen
Zu den untersuchten Vorfällen gehören neben dem Angriff in Harrow auch Attacken auf die Finchley Reform Synagogue, ein ehemaliges jüdisches Gebäude in Hendon, Rettungswagen einer jüdischen Wohltätigkeitsorganisation in Golders Green sowie eine persischsprachige Medienorganisation. Die Metropolitan Police hat ihre Präsenz in Nordwest-London mit zusätzlichen Beamten, bewaffneten Einheiten, Anti-Terror-Ressourcen und erweiterten Stop-and-Search-Befugnissen verstärkt. Bisher gab es keine Festnahmen in Zusammenhang mit den jüngsten Vorfällen, und die Ermittlungen laufen weiter.
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