Brasiliens Soja-Moratorium vor dem Aus: Risiko für Regenwaldschutz
Wichtige Fakten
- • Das Soja-Moratorium wurde 2006 zum Schutz des Amazonas-Regenwalds eingeführt.
- • Große Händler wie Bunge und Cargill kündigen den Rückzug aus dem Abkommen an.
- • Das Moratorium reduzierte die Abholzung für Soja laut Studien um 69 Prozent.
- • Brasilien riskiert sein Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen.
- • Die EU importiert viel Soja aus Brasilien, vorwiegend für Tierfutter.
Zusammenfassung
Das Soja-Moratorium von 2006, ein freiwilliges Abkommen zwischen Soja-Händlern, NGOs und der brasilianischen Regierung zum Schutz des Amazonas-Regenwalds, steht vor dem Aus. Große Unternehmen wie Bunge und Cargill kündigten ihren Rückzug an, was das Ende des Pakts bedeuten könnte. Das Moratorium hatte zum Ziel, den Handel mit Soja von nach 2008 gerodeten Flächen zu stoppen, und führte laut Greenpeace-Studien zu einer Reduktion der Abholzung um 69 Prozent trotz Vervierfachung der Anbauflächen.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Produzenten in Brasilien, insbesondere im Bundesstaat Mato Grosso, kritisieren das Moratorium als benachteiligend und setzen sich für dessen Abschaffung ein. Ein neues Gesetz in Mato Grosso droht mit dem Entzug von Steuervergünstigungen für Unternehmen, die am Moratorium festhalten. Gleichzeitig warnt Greenpeace vor einem fatalen Zusammenspiel mit dem geplanten EU-Mercosur-Abkommen, das weitere Rodungen begünstigen könnte. Die EU als Hauptabnehmer von brasilianischem Soja für Tierfutter sieht sich mit dem Risiko konfrontiert, mehr Soja von kürzlich gerodeten Flächen zu importieren.
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