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Politik 14.07.2026, 11:43

Britische Covid-Untersuchung: Milliardenverschwendung bei Schutzausrüstung

Von 14,9 Mrd. Pfund für Schutzausrüstung wurden fast 10 Mrd. verschwendet.

Wichtige Fakten

  • Von 14,9 Mrd. Pfund für Schutzausrüstung wurden fast 10 Mrd. verschwendet.
  • Der 'VIP-Zugang' bevorzugte Unternehmen mit Tory-Verbindungen.
  • DerNotvorrat reichte nicht, viele Masken waren unbrauchbar.
  • Laut Untersuchung gab es keine Hinweise auf Vetternwirtschaft.

Milliardenverschwendung und unzureichender Schutz

Die offizielle Covid-Untersuchung in Großbritannien hat gravierende Mängel bei der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) aufgedeckt. Demnach wurden von den insgesamt 14,9 Milliarden Pfund, die die britische Regierung und dezentrale Regierungen für PSA ausgaben, fast 10 Milliarden Pfund verschwendet. Die Untersuchung unter Vorsitz von Baronin Heather Hallett kritisierte, dass das Land mit einem unzureichenden Notvorrat in die Pandemie ging. Nur ein Drittel der Masken im englischen Pandemie-Lager war verwendbar, Schottland hatte keine hochwertigen Atemschutzmasken. Pflegeheime, Hausarztpraxen und Apotheken mussten sich selbst um PSA kümmern, was als schwerer Planungsfehler gewertet wurde.

Kontroverser „VIP-Zugang“ zu PSA-Verträgen

Die Untersuchung verurteilte den sogenannten „VIP-Zugang“ – offiziell „Hochprioritätsspur“ –, über den Unternehmen mit politischen Verbindungen zur damaligen konservativen Regierung bevorzugt Aufträge für Schutzausrüstung erhielten. Diese Regelung, die im April 2020 eingeführt wurde, bezeichnete Vorsitzende Baronin Hallett als „fehlgeleiteten Versuch der Priorisierung“, der Ungerechtigkeit in die Notfallbeschaffung eingebracht habe. Denkbar sei, dass auch das umstrittenste Unternehmen PPE Medpro, das mit der konservativen Peeress Michelle Mone verbunden ist, hiervon profitiert habe. Zwar stellte Hallett fest, dass keine „Vetternwirtschaft oder Korruption“ seitens der Minister zu erkennen sei, dennoch habe die Bevorzugung das öffentliche Vertrauen erheblich geschädigt.

Konsequenzen und Empfehlungen

Auf Grundlage der Erkenntnisse der Londoner Untersuchung, die insgesamt 48 Zeugen anhörte, gab die ehemalige Berufungsrichterin elf Empfehlungen ab. Dazu gehören ein „radikaler Umbau“ des Systems zur Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung in künftigen Notlagen, die Entwicklung einer inländischen Industriestrategie zur Produktion strategisch wichtiger Gesundheitsgüter und eine Verbesserung des Lagermanagements. Ein in Sperrfrist zunächst geheimer Abschnitt zur Firma PPE Medpro soll erst nach Abschluss laufender Ermittlungen der National Crime Agency veröffentlicht werden.

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