Britische Regierung will drei weitere Militärstandorte für Asylsuchende nutzen
Wichtige Fakten
- • Geplante Standorte: Bicester, Barnham und Linton-on-Ouse.
- • Bestehende Standorte wie Crowborough sollen bis 2030 genutzt werden.
- • Laut Refugee Council sind Militärunterkünfte teurer als Hotels.
- • Zahl der Asylsuchenden in Hotels sank auf 20.885 (März 2026).
- • 2025 kamen 41.472 Menschen mit Booten über den Ärmelkanal.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Die britische Regierung hat Baugenehmigungen für drei weitere ehemalige Militärstandorte beantragt, um Asylsuchende unterzubringen. Betroffen sind Standorte in Bicester (Oxfordshire), Barnham (Suffolk) und Linton-on-Ouse (North Yorkshire). Zusammen sollen sie etwa 3.750 Menschen aufnehmen. Zudem sollen bestehende Militärlager in Crowborough (East Sussex) bis 2030 und in Wethersfield (Essex) über 2027 hinaus genutzt werden, wobei Wethersfield um 400 Plätze erweitert wird.
Kritik von Hilfsorganisationen und Anwohnern
Die Pläne stoßen auf scharfe Kritik. Imran Hussain vom Refugee Council bezeichnete sie als „arrogant“ und teurer als Hotels. Der Lib-Dem-Abgeordnete Calum Miller sprach von einem „politischen Trick“. Anwohner protestieren gegen die Isolierung der Asylsuchenden und die fehlende Konsultation. Das Britische Rote Kreuz warnt vor Retraumatisierung durch die militärische Umgebung.
Regierungsziele und Faktenlage
Die Labour-Regierung will Asylhotels schließen, die als teuer und konfliktträchtig gelten. Die Zahl der in Hotels untergebrachten Asylsuchenden sank auf 20.885 (März 2026), nach einem Höchststand von 56.000 im September 2023. Gleichzeitig blieben die Bootsankünfte mit 41.472 im Jahr 2025 hoch. Ein neues Einwanderungsgesetz soll die Abschiebungen erleichtern, stößt aber auf Widerstand in den eigenen Reihen.
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