Britische Sozialhilfe: Pip-System dringend reformbedürftig
Wichtige Fakten
- • Pip-System gilt als nicht zeitgemäß und reformbedürftig.
- • Ausgaben sollen bis 2030 auf über 41 Mrd. Pfund steigen.
- • 4 Millionen Leistungsempfänger in England und Wales.
- • Zahl der ADHS-bedingten Anträge stieg um 40 Prozent.
- • Betroffene kritisieren entmenschlichenden Bewertungsprozess.
Eine Überprüfung des britischen Personal Independence Payment (Pip) Systems kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht mehr zeitgemäß ist. Der zuständige Minister Sir Stephen Timms erklärte, das System funktioniere weder für Millionen behinderter Menschen noch für die Regierung. Antragsteller beschrieben den Prozess als entwürdigend und hinderlich für die Erwerbstätigkeit.
Die Zahl der Leistungsempfänger ist in England und Wales auf rund vier Millionen gestiegen, die Kosten sollen bis 2030 auf über 41 Milliarden Pfund klettern. Ein starker Anstieg ist vor allem bei psychischen Erkrankungen und neurodevelopmentalen Störungen wie ADHS zu verzeichnen – die entsprechenden Anträge nahmen seit 2020 um 40 Prozent zu.
Während die konservative Opposition Einsparungen fordert, betont Minister Timms, dass die gegenwärtigen Ausgaben noch kein Problem darstellten, wohl aber ein ungebremster Anstieg. Die im Herbst erwarteten Vorschläge sollen keine pauschalen Kürzungen, sondern wohldurchdachte Reformen enthalten.
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