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International 21.04.2026, 14:52 Aktualisiert: 21.04.2026, 23:09

Britischer Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote sinkt trotz steigender wirtschaftlicher Inaktivität

Arbeitslosenquote sank auf 4,9% (Dez-Feb), erwartet war 5,2%.

Wichtige Fakten

  • Arbeitslosenquote sank auf 4,9% (Dez-Feb), erwartet war 5,2%.
  • Wirtschaftliche Inaktivität stieg auf 21%, besonders bei Studenten.
  • Löhne stiegen um 3,6% jährlich, schwächste Rate seit Ende 2020.
  • Stellenangebote fielen auf 711.000, niedrigster Stand seit fast fünf Jahren.
  • IMF senkte UK-Wachstumsprognose 2024 auf 0,8% (vorher 1,3%).

Arbeitsmarktdaten im Überblick

Die britische Arbeitslosenquote ist im Zeitraum Dezember bis Februar unerwartet auf 4,9% gesunken, obwohl eine Stagnation bei 5,2% prognostiziert worden war. Dieser Rückgang ist laut dem Office for National Statistics (ONS) vor allem auf eine Zunahme der wirtschaftlichen Inaktivität zurückzuführen – Personen, die weder arbeiten noch aktiv nach Arbeit suchen. Die Inaktivitätsquote stieg auf 21%, wobei besonders weniger Studenten neben dem Studium Arbeit suchten.

Lohnentwicklung und Warnsignale

Die Löhne stiegen zwischen Dezember und Februar mit einer Jahresrate von 3,6%, der schwächste Anstieg seit Ende 2020, bleiben aber über der Inflationsrate. Gleichzeitig fiel die Zahl der Stellenangebote auf 711.000, den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren. Experten wie Yael Selfin von KPMG UK sehen Anzeichen für eine Stabilisierung, warnen jedoch vor einer möglichen Umkehr, da Firmen angesichts steigender Kosten und schwächerer Nachfrage Einstellungen zurückfahren könnten.

Einfluss des Nahostkonflikts

Die meisten Daten wurden vor dem Ausbruch des US-israelischen Konflikts mit Iran erhoben, der zu einem Anstieg der Energiepreise führte. Der Internationale Währungsfonds (IMF) prognostiziert, dass der Energieschock die britische Wirtschaft unter den Industrienationen am härtesten treffen wird, und senkte die Wachstumsprognose für 2024 von 1,3% auf 0,8%. Erste Schätzungen des ONS deuten auf einen Rückgang der Beschäftigten in Gehaltslisten um 11.000 im März hin, dem ersten Monat nach Kriegsbeginn.

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