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Gesellschaft 21.08.2026, 13:34 Aktualisiert: 21.08.2026, 15:01

Cannabis nach der Teillegalisierung: Zwischen Boom und Kritik

Zahl der Strafverfahren gegen Kiffer stark gesunken.

Wichtige Fakten

  • Zahl der Strafverfahren gegen Kiffer stark gesunken.
  • Anstieg von Medizinalcannabis von 8 auf über 200 Tonnen jährlich.
  • Klinikeinweisungen wegen Cannabis bei Jugendlichen um 14,9 Prozent gestiegen.
  • Cannabis-Messe Cannafair erwartet bis zu 30.000 Besucher.
  • Kritiker fordern Änderungen am Gesetz; Drogenbeauftragter will gegensteuern.

Stand der Teillegalisierung

Zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland zeigt sich ein ambivalentes Bild. Die Cannafair-Messe in Düsseldorf lockt mit rund 300 Ausstellern und erwartete bis zu 30.000 Besucher. Die Branche profitiert vom wachsenden Markt, wie Anne Schmidt vom Papierhersteller HBI Europe berichtet: "Der Markt in Deutschland wächst weiter seit der Teillegalisierung."

Erfolge und Kritik

Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband lobt die Entkriminalisierung als Erfolg. Tatsächlich ist die Zahl der Strafverfahren gegen Konsumenten drastisch gesunken. Anbauvereine wie Duesselhanf kritisieren jedoch die Regelung, dass Konsum nicht in den Vereinsräumen erfolgen darf. Timon Panke von Duesselhanf fordert Lockerungen, da alle Mitglieder volljährig seien.

Fehlentwicklungen

Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck sieht klare Fehlentwicklungen: Der legale Verkauf von Medizinalcannabis ist von 8 auf über 200 Tonnen pro Jahr explodiert, was er als Missbrauch medizinischer Strukturen wertet. Auch Apotheker kritisieren, dass Rezepte oft ohne persönlichen Arztkontakt online ausgestellt werden.

Gesundheitsrisiken

Mediziner warnen vor Folgen für Heranwachsende. Eine Studie der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Leipzig belegt einen Anstieg cannabisbedingter Klinikeinweisungen bei Jugendlichen um 14,9 Prozent. Streeck fordert eine Kombination aus Prävention und klaren Grenzen, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen und den Jugendschutz zu stärken.

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