Sicherheitslücke bei Medikamentenverpackungen: Manipulationsschutz lässt sich umgehen
Wichtige Fakten
- • Mit Hitze lassen sich Medikamentenpackungen spurlos öffnen.
- • Staatliches Labor bestätigt: Manipulationsschutz ungenügend.
- • EU-Studie 2024: 19 von 26 Packungen unzureichend geschützt.
- • BfArM sieht keinen Qualitätsmangel, trotz gegenteiliger Hinweise.
- • Fälscher können Originalpackungen mit gültigen Seriennummern nutzen.
Manipulationsschutz lässt sich umgehen
Eine Recherche des ARD-Magazins Plusminus zeigt: Der Manipulationsschutz von Arzneimittelpackungen ist unzureichend. Mit einem handelsüblichen Bügeleisen lassen sich verklebte Laschen und Sicherheitssiegel spurlos öffnen. So kann der Inhalt ausgetauscht werden, ohne dass die Manipulation von außen erkennbar wäre. Die packung wirkt danach intakt – ein Einfallstor für Kriminelle.
Risiko seit Jahren bekannt
Die Sicherheitslücke wurde bereits vor über zwei Jahren von einem Pharmagroßhändler gemeldet. Ein deutsches Labor bestätigte die Manipulationsmöglichkeit, auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde informiert. EU-weit zeigten Studien, dass zahlreiche Packungen nicht fälschungssicher sind. Dass Behörden dennoch auf bestehende Regularien verweisen, kritisiert der Experte für Arzneimittelkriminalität Arndt Sinn als fahrlässig.
Dringender Handlungsbedarf
Die EU-Kommission sieht die Hersteller und nationale Behörden in der Verantwortung, das BfArM erkennt keinen Qualitätsmangel. Patente Lösungen ohne Kleber existieren jedoch bereits. Sinn fordert verbindliche technische Vorgaben. Bis dahin bleibt die Sicherheitslücke bestehen – und mit ihr die Gefahr für Patientinnen und Patienten.
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