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Wirtschaft 11.02.2026, 06:11 Aktualisiert: 11.02.2026, 18:03

Commerzbank-Übernahme: UniCredit-Chef Orcel signalisiert Geduld - Experten erwarten baldige Entscheidung

UniCredit-Chef Andrea Orcel nennt in CNBC-Interview 'richtigen Zeitpunkt' für mögliche Übernahme.

Wichtige Fakten

  • UniCredit-Chef Andrea Orcel nennt in CNBC-Interview 'richtigen Zeitpunkt' für mögliche Übernahme.
  • Experte Schalast erwartet Fusion-Entscheidung innerhalb der nächsten Wochen.
  • UniCredit erzielte 2025 Gewinn von 10,6 Mrd. Euro, profitiert auch von Commerzbank-Beteiligung.
  • Commerzbank kündigt Dividendenerhöhung auf 1,10 Euro pro Aktie und Aktienrückkauf an.
  • Commerzbank plant eigenen Stellenabbau von 3.900 Jobs bis 2028, unabhängig von Übernahme.

Übernahmekampf im Bankensektor

Die Commerzbank befindet sich seit eineinhalb Jahren im Visier der italienischen Großbank UniCredit, die Übernahme-Avancen macht, während die Frankfurter Bank ihre Unabhängigkeit bewahren will. Um sich attraktiv zu präsentieren, gab die Commerzbank überraschend früh starke Jahreszahlen bekannt: Für 2025 erzielte sie einen Gewinn von 2,6 Milliarden Euro, übertraf ihr Ziel und kündigte eine Erhöhung der Dividende auf 1,10 Euro pro Aktie sowie einen Aktienrückkauf an. Experten wie Christoph Schalast von der Frankfurt School bewerten dies als strategischen Schachzug, um die Bank für eine potenzielle Übernahme teurer zu machen.

Positionen und Risiken einer Fusion

Die UniCredit, die bereits etwa 29 Prozent der Commerzbank-Aktien kontrolliert, könnte bei Überschreiten der 30-Prozent-Marke ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile abgeben. UniCredit-Chef Andrea Orcel sagte in einem CNBC-Interview, dass eine Übernahme nur erfolgen werde, 'wenn der richtige Zeitpunkt kommt und die Konditionen stimmen'. Experte Schalast geht jedoch davon aus, dass die Entscheidung für eine Fusion innerhalb der nächsten Wochen fallen dürfte, was einen neuen europäischen Bankenchampion schaffen könnte. Kritiker wie Hans-Peter Burghof sehen Nachteile für die Commerzbank, etwa Stellenabbau, basierend auf Erfahrungen mit der übernommenen HVB.

Widerstand und wirtschaftliche Aspekte

Widerstand kommt von Politik und Gewerkschaften, die Arbeitsplatzverluste befürchten, wobei die Commerzbank bereits einen eigenen Sparkurs mit geplantem Abbau von 3.900 Stellen bis 2028 verfolgt. Die UniCredit profitierte im abgelaufenen Jahr von ihrer Beteiligung an der Commerzbank und erzielte einen Gewinn von 10,6 Milliarden Euro. Bankenexperte Dirk Schiereck von der TU Darmstadt betont, dass ein großer Bankenchampion Vorteile am Kapitalmarkt hätte, aber eine erzwungene Fusion schwierig werden könnte.

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