Cop City: Anklage wegen Löschung von Telefondaten erschüttert Justiz
Wichtige Fakten
- • Sam Tunick wird wegen Löschens seines Telefons mit GrapheneOS angeklagt.
- • Er war auf einer Terrorwatchlist wegen Verbindung zu Cop-City-Protesten.
- • Verfassungsrechtler sehen Grundrechte an Flughäfen bedroht.
- • Richter entscheidet über Beweismittelantrag frühestens Ende Oktober.
- • GrapheneOS gilt als sicherheitsorientiertes Betriebssystem.
Hintergrund des Falls
Die US-Justiz versucht, Sam Tunick aus Atlanta zu verfolgen, weil sein Telefon mit GrapheneOS gelöscht wurde – einem Open-Source-Betriebssystem, das Nutzer durch Eingabe eines Codes das gesamte Gerät zurücksetzen lässt. Experten zufolge könnte es das erste Mal sein, dass ein Gesetz gegen Eigentumszerstörung auf diese Technologie angewendet wird. Tunick war nach einem Urlaub in der Dominikanischen Republik am Flughafen Atlanta verhört worden, ohne dass ihm seine Rechte vorgelesen oder ein Haftbefehl vorgelegt wurde.
Verfassungsrechtliche Fragen
Der Fall wirft grundlegende Fragen auf, welche Rechte an internationalen Grenzen gelten. Tunick bat viermal um einen Anwalt, was ihm verweigert wurde. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, es handle sich um eine Routinekontrolle. Die Entscheidung des Richters wird nicht vor Ende Oktober erwartet.
Internationale Parallelen
Der Experte Christophe Boutry verweist auf ähnliche Tendenzen in Frankreich und Spanien, wo Behörden versuchen, Journalisten und Oppositionelle mit GrapheneOS-Telefonen zu kriminalisieren. In Katalonien würden Nutzer von Google Pixel pauschal verdächtigt.
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