DAX-Gewinne steigen trotz Konjunkturflaute – Finanzbranche treibt Ergebnis
Wichtige Fakten
- • DAX-Konzerne steigerten Gewinne im Q1 um 4,4%.
- • Finanzbranche verzeichnete 15,9% mehr Gewinn.
- • Alle DAZ-Autobauer erlitten Gewinnrückgänge.
- • Auslandsumsatz der DAX-Firmen liegt bei über 75%.
- • EY warnt vor strukturellen Problemen Deutschlands.
Gewinnplus im DAX trotz Konjunkturflaute
Die 40 Konzerne im DAX konnten ihre Gewinne im ersten Quartal insgesamt steigern - trotz der anhaltenden Konjunkturflaute. Dabei zeigte sich aber ein sehr gemischtes Bild. Eine Branche überflügelt den Rest. Während die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr stagnierte, sprudelten bei den 40 DAX-Konzernen die Gewinne. Zwar schrumpften die Umsätze im Schnitt um 3,7 Prozent. Vor Zinsen und Steuern verdienten die Unternehmen im Schnitt aber 4,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Beratungsgesellschaft EY.
Finanzbranche treibt Ergebnis – Industrie lahmt
Bei genauerer Betrachtung tun sich aber zwei Welten im DAX auf: Das Gewinnplus wurde vor allem von den 15,9 Prozent höheren Gewinnen der Finanzbranche getragen. Die Industriekonzerne meldeten dagegen nur ein bescheidenes Gewinnplus von einem halben Prozent. EY-Manager Henrik Ahlers betonte, dass die Finanzbranche vom anhaltend hohen Zinsniveau, günstigen Schadenverläufen und hoher Marktvolatilität profitiere. Besonders stark konnten E.ON, Siemens Energy und die Münchener Rück ihre Ergebnisse steigern.
Autobauer und Industrie unter Druck
Schlecht sieht es dagegen in der traditionellen deutschen Vorzeigebranche, der Autoindustrie aus. Sämtliche im DAX vertretenen Autobauer mussten im ersten Quartal Gewinnrückgänge hinnehmen. EY-Manager Jan Brorhilker warnte: 'Das bisherige Geschäftsmodell des ehemaligen Exportweltmeisters Deutschland funktioniert nicht mehr.' China trete als aggressiver Wettbewerber auf, während die Kosten in Deutschland zu hoch seien.
Ausblick und Konjunkturabhängigkeit
Im laufenden zweiten Quartal haben sich die Perspektiven für die DAX-Konzerne insgesamt weiter eingetrübt. Zwar dürfte die Finanzbranche weiter von dem gestiegenen Zinsniveau profitieren. Den Industrieunternehmen dürfte aber die schwache Weltkonjunktur und die schwierige geopolitische Lage zu schaffen machen. Der deutsche Aktienmarkt schlägt sich vor diesem Hintergrund weiter gut: Der DAX notierte am Montagmittag 0,8 Prozent höher bei 24.139 Punkten.
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