DDR-Platte: Zwischen sozialistischem Ideal und Zukunftshoffnung
Wichtige Fakten
- • Ausstellung zeigt persönliche Erinnerungsstücke aus Grünau.
- • 50-jähriges Jubiläum des Leipziger Plattenbauviertels.
- • Nach Wende Einwohnerschwund und soziale Probleme.
- • Heute Wiederentdeckung des Potenzials von Plattenbauten.
- • Architektur der Platte wird teilweise unter Denkmalschutz gestellt.
Die Ausstellung „Platte. Leben in der Großwohnsiedlung“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig widmet sich der Geschichte der Plattenbausiedlung Grünau anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erinnerungsstücke von Bewohnern, wie ein Brief von 1978 zur „Feinreinigung“ vor dem Einzug. Diese Dokumente und Fotos zeigen die anfängliche Euphorie und das Gemeinschaftsgefühl in der DDR.
Fotograf Harald Kirschner, der selbst in Grünau lebte, dokumentierte den Wandel des Viertels. Nach der Wende erlebte Grünau einen drastischen Einwohnerschwund und Probleme mit rechter Gewalt. Der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman berichtet von den „Baseballschläger-Jahren“ in den 1990ern und kritisiert die fehlende Aufarbeitung.
Ab 2000 begann der Rückbau vieler Wohnblöcke. Heute wird das Potenzial der Plattenbauten neu entdeckt. Kulturwissenschaftlerin Anne Meinzenbach beobachtet eine neue Wertschätzung: Manche Gebäude stehen unter Denkmalschutz, andere dienen als Experimentierfeld für moderne Umgestaltungen wie flexible Wohnraumaufteilungen oder Ferienhäuser.
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