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Gesellschaft 18.02.2026, 11:00 Aktualisiert: 18.02.2026, 18:05

Debatte um Limo-Steuer: Gesundheitsverbände fordern Abgabe auf zuckerhaltige Getränke

Deutsche konsumieren über 33 kg Zucker jährlich, Limonaden sind Hauptquelle.

Wichtige Fakten

  • Deutsche konsumieren über 33 kg Zucker jährlich, Limonaden sind Hauptquelle.
  • 46 Verbände fordern gestaffelte Herstellerabgabe zur Reduktion des Zuckerkonsums.
  • WHO-Empfehlung: maximal 50g freier Zucker täglich, in Deutschland wird mehr verzehrt.
  • Studie: Steuer kann Konsum senken, direkte Gesundheitseffekte sind aber begrenzt.
  • CDU-Kommission empfiehlt Ablehnung des Antrags, Bundesernährungsminister lehnt Steuer ab.

Gesundheitsverbände fordern Limo-Steuer

Vor dem CDU-Bundesparteitag appellieren 46 Mediziner- und Verbraucherverbände in einem offenen Brief für die Einführung einer "Limo-Steuer" auf stark gezuckerte Getränke. Sie argumentieren, dass zuckergesüßte Getränke laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein zentraler Treiber für Adipositas, Diabetes und Karies sind, insbesondere bei Kindern. Der Antrag des CDU-Landesverbands Schleswig-Holstein, der eine Steuer auf Softdrinks fordert, steht auf der Tagesordnung, wird aber von der CDU-Kommission zur Ablehnung empfohlen.

Studienlage zu Effekten einer Zuckersteuer

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) zeigt, dass eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke den Konsum spürbar senken könnte, aber die direkten gesundheitlichen Effekte begrenzt sind und von der konkreten Ausgestaltung abhängen. Gestaffelte Steuermodelle, wie in Großbritannien, können Anreize für zuckerärmere Rezepte setzen. In Deutschland überschreiten Frauen und Männer die WHO-Empfehlung von maximal 50g freiem Zucker täglich deutlich.

Politische Hürden und weitere Maßnahmen

Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) hat eine Zuckersteuer bereits abgelehnt. Experten betonen, dass Aufklärung allein nicht ausreicht und gesetzliche Regelungen wirksamer sind als freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie. Für positive Gesundheitseffekte wäre ein Bündel an Präventionsmaßnahmen nötig, um soziale Ungleichheit nicht zu verstärken.

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