Deutsche Bank peilt Europas Spitze an: Hauptversammlung mit Rekorddividende
Wichtige Fakten
- • Deutsche Bank erhöht Dividende 2025 auf 1,00 Euro je Aktie.
- • Bank peilt Eigenkapitalrendite von 13 Prozent an.
- • Aufsichtsratschef soll künftig 1,15 Millionen Euro erhalten.
- • ver.di weitet Warnstreiks bei Postbank aus.
- • UniCredit-Übernahmepläne der Commerzbank belasten Branche.
Erfolgsbilanz und Zukunftsziele
Erstmals seit 2019 trafen sich die Aktionäre der Deutschen Bank wieder in Präsenz zur Hauptversammlung. Bankchef Christian Sewing präsentierte gute Nachrichten: Die Dividende für 2025 wird auf 1,00 Euro angehoben – ein Anstieg von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem läuft ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde Euro. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote von 50 auf 60 Prozent steigen. Auch das erste Quartal 2026 war erfolgreich: Vor Steuern erwirtschaftete die Bank rund drei Milliarden Euro. Sewing peilt eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent an, nach 12,7 Prozent im ersten Quartal. Damit will er die Deutsche Bank an die europäische Spitze führen.
Kritik und Konflikte
Trotz der Erfolge blieb die Hauptversammlung nicht konfliktfrei. Fondsgesellschaften mahnten angesichts geopolitischer Risiken strikte Kostendisziplin an und kritisierten die geplante Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge. Der Niederländer Alexander Wynaendts, der dem Aufsichtsrat seit vier Jahren vorsitzt, stellte sich zur Wiederwahl. Bei Bestätigung soll sein Honorar von 950.000 auf 1,15 Millionen Euro steigen. Überschattet wurde das Treffen zudem von einem Tarifkonflikt bei der Tochter Postbank: Die Gewerkschaft ver.di rief zu Warnstreiks und einer Demonstration am Frankfurter Messegelände auf.
Schicksal der Commerzbank und Börsenumfeld
Über der Veranstaltung schwebte das Schicksal der Commerzbank, die sich gegen Übernahmepläne der italienischen UniCredit wehrt. Ein Angebot der UniCredit liegt vor, gilt aber als wenig attraktiv. Der zersplitterte deutsche Bankenmarkt mit Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Direktbanken sorgt für hohen Wettbewerbsdruck und schmälert die Renditen. So bleibt die Deutsche Bank – trotz Spitzenposition im Investmentbanking – anfällig. Der Aktienkurs liegt bei rund 28 Euro, weit entfernt von den Rekordkursen über 80 Euro aus dem Jahr 2007. Das Wiederaufflammen der Kämpfe am Persischen Golf drückt den DAX, während der Ölpreis wieder anzieht.
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