Deutsche Zweifel am europäischen Kampfjet-Projekt FCAS
Wichtige Fakten
- • FCAS ist ein deutsch-französisch-spanisches Rüstungsprojekt mit Kosten von rund 100 Milliarden Euro.
- • Frankreich benötigt ein atomwaffenfähiges und flugzeugträgerfähiges Flugzeug, Deutschland nicht.
- • Die Entscheidung über das Projekt wurde bereits zweimal verschoben und soll bis Ende Februar fallen.
- • Federführend sind Dassault (Frankreich), Airbus (Deutschland) und Indra (Spanien).
Projektzweifel und unterschiedliche Anforderungen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat grundsätzliche Zweifel am gemeinsamen Luftkampfsystem FCAS mit Frankreich und Spanien geäußert. In einem Interview kritisierte er, dass die militärischen Anforderungen der Länder nie ausreichend geklärt wurden, insbesondere da Frankreich ein atomwaffenfähiges und flugzeugträgerfähiges Flugzeug benötigt, während Deutschland dies derzeit nicht braucht. Dies stellt die Realisierbarkeit mit einem oder zwei Flugzeugtypen infrage.
Reaktionen und Hintergrund
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekräftigte sein Engagement für FCAS, betonte jedoch, dass die nukleare Abschreckung für Frankreich von Anfang an Teil des Projekts war. Hintergrund sind Spannungen zwischen den Partnern Dassault und Airbus über Anteile und Führung. FCAS soll ab den 2040er-Jahren das Rückgrat der Luftverteidigung bilden und den Eurofighter in Deutschland sowie die Rafale in Frankreich ersetzen.
Entscheidungsfrist und Ausblick
Das Projekt, das bereits zweimal verschoben wurde, soll bis Ende Februar eine Entscheidung erfahren. Macron schloss ein Scheitern nicht aus, forderte aber die Überwindung industrieller Differenzen angesichts strategischer europäischer Herausforderungen.
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