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Deutschlands Kliniken am Limit: Ärztemangel trotz Rekordzahl
Rekord: So viele Ärzte in Deutschland wie nie, trotzdem 6.000 offene Stellen.
Wichtige Fakten
- • Rekord: So viele Ärzte in Deutschland wie nie, trotzdem 6.000 offene Stellen.
- • Ein Drittel der Ärzte an Quedlinburger Klinikum hat ausländische Wurzeln.
- • Ärzteschaft leidet unter Bürokratie: Hälfte der Arbeitszeit für Administration.
- • Krankenhausreform soll Klinikzahl reduzieren, um Personal zu bündeln.
- • Viele Kliniken schreiben rote Zahlen, was die Attraktivität senkt.
Hohe Ärztezahl ineffizient verteilt
In Deutschland gibt es so viele Ärzte wie nie zuvor, dennoch können rund 6.000 offene Stellen in Kliniken nicht besetzt werden. Grund ist laut Experten eine ineffiziente Krankenhauslandschaft: 1.700 Häuser verteilen sich über das Land (Über-, Unter- und Fehlversorgung gleichzeitig). Besonders auf dem Land fehlt Personal – dort arbeiten vermehrt zugewanderte Mediziner. Im Quedlinburger Harzklinikum ist ein Drittel der Ärzte ausländischer Herkunft. Laut Geschäftsführer Matthias Voth wären viele Kliniken ohne sie nicht handlungsfähig.Neben der Struktur verschärfen steigende Teilzeitquote (jeder dritte Arzt 2022 in Teilzeit) und wachsende Bürokratie die Lage. Wolfgang Schütte (Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt) schätzt, dass Ärzte die Hälfte ihrer Arbeitszeit für Administration aufwenden. Zudem gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Die ärztliche Zuwanderung bleibt essenziell, wie das Beispiel der belarussischen Assistenzärztin Ina Viaroukina zeigt, die alltäglichen Rassismus erlebt.
Die Krankenhausreform (2024 beschlossen) soll durch weniger, aber größere Standorte den Personalbedarf senken. Sie wird jedoch frühestens 2030 umgesetzt. Viele Kliniken kämpfen zudem mit Defiziten und Reformskepsis, was die Attraktivität für Nachwuchsmediziner mindert. Die Ende 2025 beschlossene Aufweichung verlängert Übergangsfristen.
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