DIW senkt Prognose: Deutschland vor Rezession wegen Iran-Krieg
Wichtige Fakten
- • DIW erwartet Rezession im Frühjahr und Sommer 2026.
- • Grund ist ein Energiepreisschock durch den Iran-Krieg.
- • Wirtschaftswachstum 2026 nur noch 0,5% statt 1,0%.
- • Arbeitslosenquote soll auf 6,4% steigen.
- • Staatsdefizit von 3,9% im Jahr 2026 erwartet.
Konjunkturprognose des DIW: Rezession in Deutschland erwartet
Die Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben ihre Konjunkturprognose nach unten korrigiert: Aufgrund des Energiepreisschocks ausgelöst durch den Iran-Krieg ist Deutschland im Frühjahr und Sommer 2026 vorübergehend in einer Rezession. In zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft die Wirtschaftsleistung leicht, so die Fachleute.
Wachstum dank öffentlicher Hand, Konsum schwach
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das DIW nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum, für 2027 mit plus 0,8 Prozent – im März waren es noch 1,0 bzw. 1,4 Prozent. „Dass die Wirtschaft in diesem Jahr überhaupt noch wächst, ist allein der öffentlichen Hand zu verdanken“, sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Die exportorientierte Industrie erhole sich nur zögerlich, der private Konsum komme langsam in Schwung. Das Finanzpaket der Bundesregierung und Mittel aus Sondervermögen sollten Impulse geben, allerdings bremse der Energieschock die Erholung.
Maßnahmen gefordert: Energiekostenpauschale, kein Tankrabatt
DIW-Präsident Marcel Fratzscher forderte eine Energiekostenpauschale für einkommensschwache Haushalte, den Tankrabatt solle die Regierung nicht verlängern. Die Inflation bleibt mit 2,9 Prozent (2026) über dem EZB-Ziel, die Arbeitslosenquote steigt auf 6,4 Prozent, das Staatsdefizit auf 3,9 Prozent. Einen WM-Boost erwartet das DIW nicht. Die Ökonomen mahnen, die Sondermittel zügig und zusätzlich einzusetzen.
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