Teilen:
International 26.06.2026, 10:00 Aktualisiert: 26.06.2026, 12:03

Drei Jahre Haft für kritische Social-Media-Kommentare in Somalia

27-jährige Krankenschwester zu drei Jahren Haft verurteilt.

Wichtige Fakten

  • 27-jährige Krankenschwester zu drei Jahren Haft verurteilt.
  • Vorwurf: Beleidigung staatlicher Institutionen.
  • Kritik an hohen Treibstoffpreisen, Korruption und Zwangsräumungen.
  • Urteil von früherem Präsidenten Sharif Sheikh Ahmed verurteilt.
  • Frau berichtet von Folter und Androhung von Vergewaltigung.

Hintergrund des Falls

Die 27-jährige Sadia Moalim Ali, Absolventin der Krankenpflege und Mutter eines Kindes, wurde in Somalia zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie auf Facebook und TikTok kritische Kommentare zur Regierung abgegeben hatte. Sie sprach über Jugendarbeitslosigkeit, hohe Treibstoffpreise, Korruption und Zwangsräumungen. Ursprünglich angeklagt wegen Beleidigung und Anstiftung, wurde sie nur der ersteren schuldig gesprochen.

Reaktionen und Folgen

Das Urteil vom 25. Juni löste breite Empörung aus. Der frühere Präsident Sharif Sheikh Ahmed und der frühere Premierminister Hassan Ali Khaire verurteilten die Entscheidung als „politisch motiviert“ und „grundlegend ungerecht“. Die Koalition somalischer Menschenrechtsverteidiger forderte Alis sofortige Freilassung und sieht in dem Fall ein Symptom systematischer Diskriminierung von Frauen, die sich gesellschaftlich und politisch engagieren. Ali selbst gab an, in Haft gefoltert und mit Vergewaltigung bedroht worden zu sein. Ihr Anwalt kündigte Berufung an.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.