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Gesellschaft 26.06.2026, 01:05 Aktualisiert: 26.06.2026, 10:17

Männliche Unfruchtbarkeit: Im Schatten der Frauenmedizin

Etwa jede sechste Partnerschaft ist von Unfruchtbarkeit betroffen.

Wichtige Fakten

  • Etwa jede sechste Partnerschaft ist von Unfruchtbarkeit betroffen.
  • In der Hälfte der Fälle liegt die Ursache beim Mann.
  • Männer werden oft spät oder gar nicht untersucht.
  • Kliniken priorisieren Frauen; männliche Fruchtbarkeit ist zweitrangig.
  • Lifestyle-Änderungen können Spermienqualität verbessern.

Die männliche Unfruchtbarkeit wird in der medizinischen Versorgung oft vernachlässigt, obwohl etwa jedes sechste Paar betroffen ist und die Ursache in der Hälfte der Fälle beim Mann liegt. Paare, die nach einem Jahr ungeschütztem Geschlechtsverkehr kein Kind zeugen, sollten nach NICE-Richtlinien gemeinsam untersucht werden. Dennoch berichten Betroffene wie Luke von einseitiger Fokussierung auf die Frau, verzögerten Diagnosen und fehlender Unterstützung für Männer.

Professor Allan Pacey von der University of Manchester kritisiert, dass Fruchtbarkeitskliniken oft von Gynäkologen geleitet werden und Männer als nachrangig betrachtet werden. Dies führt zu späteren Diagnosen, teureren Behandlungen und psychischer Belastung. Die staatliche Gesundheitsstrategie für England erwähnt Fruchtbarkeit 20-mal im Frauenbericht, aber nur fünfmal im Männerbericht.

Dennoch gibt es Fortschritte: Neue Lehrpläne in Schulen geben männlicher Fruchtbarkeit denselben Stellenwert, und Fachmessen wie die Fertility Show widmen dem Thema erstmals einen zentralen Platz. Studien zeigen, dass gesunder Lebensstil die Spermienqualität verbessern kann. Betroffene fordern mehr Offenheit, um das Tabu zu brechen und die Versorgung zu verbessern.

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