Ebola-Ausbruch in der DR Kongo: Fast 300 Infizierte vermisst
Wichtige Fakten
- • 297 Ebola-Infizierte in DR Kongo sind verschollen.
- • WHO prognostiziert bis September 8.210 Fälle und 1.420 Tote.
- • 70% Risiko der Ausbreitung auf Südsudan in den nächsten Wochen.
- • 30% der Neufälle sind Kontaktpersonen – Hinweis auf massive Übertragung.
- • Nur 13% der zugesagten 910 Mio. US-Dollar Hilfsgelder sind eingegangen.
Zahl der Vermissten und aktuelle Lage
Fast 300 Menschen, die positiv auf Ebola getestet wurden, sind in der Demokratischen Republik Kongo unauffindbar. Das gab Afrikas oberster Gesundheitsbeamter Dr. Jean Kaseya von den Africa Centers for Disease Control and Prevention bekannt. Die humanitäre Krise in den betroffenen Konfliktgebieten verschärft die Situation: Mehr als eine Million Menschen leben in Lagern, zu denen Gesundheitspersonal keinen Zugang hat. Bisher gibt es 1.118 bestätigte Fälle und 291 Todesfälle in der DR Kongo sowie 20 Fälle und zwei Todesfälle in Uganda.
Prognosen und Risiken
Prognosen der Weltgesundheitsorganisation, veröffentlicht im Lancet Infectious Diseases, sagen bis Mitte September rund 8.210 Fälle und 1.420 Todesfälle voraus. Es bestehe eine 70%ige Wahrscheinlichkeit, dass sich der Ausbruch in den kommenden Wochen auf den Südsudan ausbreitet. Der aktuelle Ausbruch mit dem Bundibugyo-Virus ist der größte seit fünf Wochen nach der Erklärung und übertrifft die Fallzahlen des Westafrika-Ausbruchs von 2014–2016 im selben Zeitraum.
Herausforderungen bei der Eindämmung
Laut Kaseya sind 30% der Neufälle bekannte Kontaktpersonen, was auf eine „riesige, riesige“ Übertragung in der Gemeinschaft hindeutet. Die Auslastung der Ebola-Behandlungszentren liegt bei 95%, und der Höhepunkt sei noch nicht erreicht. Um die Kontaktverfolgung zu verbessern, sollen 20.000 Gesundheitshelfer aus der Region rekrutiert werden. Für den Kampf gegen den Ausbruch werden 518 Millionen US-Dollar benötigt; mit humanitären Maßnahmen steigt die Summe auf 1,4 Milliarden US-Dollar. Bisher sind nur rund 13% der von internationalen Gebern zugesagten 910 Millionen US-Dollar eingegangen.
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