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International 22.05.2026, 07:13 Aktualisiert: 22.05.2026, 18:04

Ebola-Ausbruch im Kongo: WHO stuft Risiko als „sehr hoch“ ein

WHO erhöht Risikobewertung auf „sehr hoch“ in DR Kongo.

Wichtige Fakten

  • WHO erhöht Risikobewertung auf „sehr hoch“ in DR Kongo.
  • Fast 750 Verdachtsfälle und 177 Todesfälle gemeldet.
  • Oxford forscht an Impfstoff; klinische Studien in 2-3 Monaten möglich.
  • Unruhen und Hilfskürzungen erschweren Eindämmung.
  • Antivitales Medikament Obeldesivir als mögliche Prophylaxe in Prüfung.

Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo eskaliert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Risiko des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo von „hoch“ auf „sehr hoch“ heraufgestuft. Laut aktuellen Angaben vom 22. Mai 2026 gibt es fast 750 Verdachtsfälle und 177 vermutete Todesfälle. Die Dunkelziffer wird als deutlich höher eingeschätzt. Der Ausbruch der seltenen Bundibugyo-Variante breitet sich rasant aus, insbesondere in der unruhigen Provinz Ituri, wo nach Kämpfen rund 100.000 Menschen auf der Flucht sind. Auch zwei Fälle in Uganda wurden registriert.

Attentat auf Behandlungszentrum und Hilfskürzungen

Die Lage vor Ort wird durch Misstrauen der Bevölkerung und gewaltsame Übergriffe verschärft. In Rwampara wurde ein Zelt eines Ebola-Behandlungszentrums in Brand gesetzt, nachdem Angehörige die Herausgabe eines Leichnams forderten. Die WHO warnte, dass solche Vorfälle die ohnehin schwierige Eindämmung weiter gefährden. Hinzu kommen Kürzungen in der internationalen Entwicklungshilfe: Die Organisation International Rescue Committee (IRC) musste ihre Einsätze in der Region von fünf auf zwei Gebiete reduzieren. Hilfsorganisationen vor Ort fehlt es an Ausrüstung und Personal.

Hoffnung auf Impfstoff und antivirale Medikamente

Wissenschaftler der Universität Oxford entwickeln einen Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante, der auf der bewährten ChAdOx1-Technologie basiert. Klinische Studien könnten bereits in zwei bis drei Monaten starten, abhängig von Tierversuchen, die bereits laufen. Zusätzlich prüft die WHO den Einsatz des antiviralen Medikaments Obeldesivir als Prophylaxe für Kontaktpersonen. Klinische Tests in den betroffenen Gebieten werden vorbereitet, um die Ausbreitung einzudämmen.

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