Teilen:
International 22.06.2026, 11:28

Ebola im Kongo: Fallzahlen steigen auf über 1.000

Über 1.000 bestätigte Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo.

Wichtige Fakten

  • Über 1.000 bestätigte Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo.
  • Die Sterberate liegt bei rund 25 Prozent.
  • Rund 60 Prozent der Kontaktpersonen wurden ermittelt, nötig wären 90 Prozent.
  • Rebellengruppe M23 kontrolliert Teile der betroffenen Provinzen.
  • Kein zugelassener Impfstoff oder Therapie gegen den Typ Bundibugyo.

Aktuelle Lage

In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) steigt die Zahl der Ebola-Infektionen weiter an. Das Gesundheitsministerium meldet nun über 1.000 bestätigte Fälle, die sich auf drei Provinzen verteilen, darunter Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. Der Ausbruch begann vor gut einem Monat, und Experten zufolge ist der Höhepunkt noch nicht erreicht. 365 Patienten werden in Krankenhäusern oder Isolationsstationen behandelt, 254 Menschen sind gestorben, etwa 100 genesen. Damit liegt die Sterberate bei rund 25 Prozent.

Kontaktverfolgung und Herausforderungen

Das Ministerium meldet, dass rund 60 Prozent der Kontaktpersonen zu Erkrankten identifiziert wurden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält dies jedoch für zu niedrig – nötig seien 90 Prozent, um die Ausbreitung zu stoppen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC zeigt sich besorgt über die hohe Dunkelziffer unerkannter Kontakte. Verschärft wird die Lage durch bewaffnete Konflikte: Die Rebellengruppe M23 kontrolliert Teile der betroffenen Provinzen. In der Ostregion des Landes gibt es bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge, die unter prekären Bedingungen in Lagern leben. Ein Ausbruch in einem Lager wäre laut Experten fatal.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei dem aktuellen Erreger handelt es sich um den Ebola-Typ Bundibugyo, für den es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt. Die Behandlung beschränkt sich auf die symptomatische Versorgung. Das Internationale Rote Kreuz warnt vor einem langwierigen Kampf; Fachleute rechnen mit einer Dauer von mindestens einem Jahr bis zur Eindämmung.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.