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Gesellschaft 19.04.2026, 13:00 Aktualisiert: 19.04.2026, 15:10

Ehemaliger Mitarbeiter enthüllt die Arbeitswelt bei Infowars

Josh Owens arbeitete vier Jahre als Videoeditor für Alex Jones' Infowars.

Wichtige Fakten

  • Josh Owens arbeitete vier Jahre als Videoeditor für Alex Jones' Infowars.
  • Jones wurde wegen Falschbehauptungen über das Sandy-Hook-Massaker zu 1,5 Mrd. Dollar Schadensersatz verurteilt.
  • Infowars wurde 2024 von der Satireseite The Onion gekauft, befindet sich aber in rechtlicher Schwebe.
  • Alex Jones erreichte 2016 laut eigenen Angaben täglich 5 Millionen Hörer.
  • Owens beschreibt Jones als chaotischen, aber einflussreichen Medienmogul im MAGA-Umfeld.

Arbeitsbedingungen bei Infowars

Josh Owens, ehemaliger Videoeditor und Feldproduzent für Alex Jones' Infowars, beschreibt in seinem Buch "The Madness of Believing" die extremen Arbeitsbedingungen bei dem Verschwörungstheoretiker. Von 2013 bis 2017 war Owens für Recherchen zu Themen wie der Fukushima-Strahlung in Kalifornien, BLM-Protesten in Ferguson und gefälschten Videos über ISIS-Einschleusungen verantwortlich. Er charakterisiert Jones als chaotischen Boss, der mit exzessivem Alkoholkonsum und riskantem Verhalten auffiel, aber auch Momente der Selbstreflexion zeigte.

Rechtliche und finanzielle Konsequenzen

Jones wurde wegen der Falschbehauptung, das Sandy-Hook-Massaker von 2012 sei eine inszenierte Aktion zur Waffenkontrolle gewesen, zu Schadensersatz von 1,5 Milliarden Dollar verurteilt. Infowars wurde 2024 von der Satireseite The Onion aus der Insolvenz gekauft, doch ein Gericht lehnte den Kauf später ab, sodass die Zukunft des Senders ungewiss bleibt. Trotzdem sendet Jones weiter und kämpft um Einfluss im MAGA-Umfeld, auch gegen ehemalige Verbündete wie Donald Trump, den er kürzlich als "politisch selbstmörderisch" bezeichnete.

Einfluss und Radikalisierung

Owens betont, dass Jones' Verschwörungstheorien, die einst als randständig galten, heute durch Figuren wie Trump und Tucker Carlson teilweise Mainstream geworden sind. Jones erreichte 2016 laut eigenen Angaben täglich 5 Millionen Hörer und nutzte das Internet, um seine Reichweite zu maximieren. Owens, der sich selbst als "deradikalisiert" beschreibt, hofft, mit seinem Buch anderen zu zeigen, wie man aus solchen Milieus aussteigen kann, warnt aber davor, dass Jones trotz rechtlicher Rückschläge weiterhin aktiv bleibt und über alternative Plattformen sendet.

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