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Inland 13.03.2026, 13:54 Aktualisiert: 13.03.2026, 15:26

EU erwägt Urheberrecht gegen Deepfake-Betrug

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland war Opfer von Betrug mit KI-Tools.

Wichtige Fakten

  • Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland war Opfer von Betrug mit KI-Tools.
  • Durchschnittlicher Schaden pro Betrugsfall beträgt 820 Euro.
  • EU-AI-Act regelt Transparenz, aber nicht alle Deepfake-Anwendungen.
  • Dänemark schlägt Copyright für Bürgerbilder und -stimmen vor.
  • Experten raten zu Sicherheitswörtern bei verdächtigen Geldanfragen.

Zunehmende Bedrohung durch KI-Betrug

Künstlich generierte Deepfakes werden zunehmend für Betrugsmaschen genutzt, etwa durch geklonte Stimmen von Familienmitgliedern, die um Geld bitten. Laut der Global Anti-Scam Alliance war bereits jeder fünfte Erwachsene in Deutschland Opfer solcher Betrüger, mit durchschnittlichen Schäden von 820 Euro. Verbraucherschützer wie Els Bruggemann von Euroconsumers betonen, dass KI-Tools wie ChatGPT Phishing-E-Mails ohne Rechtschreibfehler ermöglichen, was die Erkennung erschwert.

EU-Reaktion und rechtliche Herausforderungen

Die EU hat mit dem AI-Act Transparenzvorschriften für Deepfakes eingeführt, doch dies reicht nicht aus, um alle Missbräuche zu verhindern. Politiker wie der CDU-Digitalexperte Axel Voss warnen vor der Gefahr für die Demokratie, wenn Deepfakes Politikern falsche Aussagen unterstellen. Ein Beispiel ist ein KI-generiertes Fake-Video über einen angeblichen Staatsstreich in Paris, das Millionen Aufrufe erzielte und internationale Verwirrung stiftete.

Vorschläge für besseren Schutz

Der SPD-Europaabgeordnete René Repasi kritisiert, dass der Fokus bisher auf Urheberrechten für kreative Werke lag, nicht auf dem Schutz Einzelner. Er unterstützt einen dänischen Vorschlag, der Bürgern ein Copyright für ihr Bild und ihre Stimme geben würde, sodass Plattformen diese nur mit Zustimmung nutzen dürfen. Bis zu einer EU-weiten Lösung raten Experten zu Sicherheitswörtern bei verdächtigen Anrufen, um Betrug zu verhindern.

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