EU-Experten fordern Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige
Wichtige Fakten
- • EU-Expertenempfehlung: Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige.
- • Von der Leyen will im September Gesetzesvorschlag vorlegen.
- • Frankreich verbietet ab 1. September unter 15-Jährigen EU-weit.
- • Spanien plant Altersgrenze von 16 Jahren, auch Ausnahmen möglich.
- • Estland lehnt pauschale Verbote ab, setzt auf Plattformregulierung.
EU-Expertenbericht empfiehlt EU-weite Altersgrenze
Eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertengruppe hat am 13. Juli 2026 ihre Empfehlungen zum Schutz von Kindern in sozialen Medien vorgelegt. Demnach soll Kindern unter 13 Jahren die Nutzung grundsätzlich verboten werden – nur unter elterlicher Aufsicht oder in pädagogischen Kontexten ist eine zeitlich begrenzte Nutzung erlaubt. Für Jugendliche ab 13 empfiehlt das Gremium stufenweise Zugänge mit standardmäßigen Sicherheitsvorkehrungen, die vor Sucht, Gewalt und Hassrede schützen. Ganz kleine Kinder sollten auf Bildschirme verzichten. Die Empfehlungen ergänzen nationale Initiativer, wie das französische Verbot für unter 15-Jährige ab September, den spanischen Gesetzesvorschlag mit einer Altersgrenze von 16 Jahren und Pläne in Griechenland, Dänemark und Österreich.
Von der Leyen kündigt Gesetzentwurf an
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nahm den Bericht in Brüssel entgegen und kündigte an, die Vorschläge nach der Sommerpause in einen EU-Gesetzesvorschlag zu gießen. „Die Debatte darf nicht lauten, ob junge Menschen Zugang zu sozialen Medien haben sollten“, so von der Leyen, sondern „ob Social Media Zugang zu unseren Kindern haben und ab wann“. Der Richtungsentscheid fällt maßgeblich in Brüssel, da die EU-Kommission die alleinige Zuständigkeit für die Regulierung großer Plattformen wie TikTok und Instagram hat. Von der Leyen betonte, die Veränderung werde Zeit brauchen, ähnlich wie die Einführung von Sicherheitsgurten oder das Alkohol-Verbot am Steuer.
Nationale und internationale Ansätze
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), eine Verfechterin gestaffelter Sicherheitsmodi, pocht auf eine europäisch abgestimmte Regelung. Sollte diese scheitern, behält sie sich eine nationale Regelung vor. Die Brüsseler Kommission hält nationale Alleingänge für risikoreich, da sie zu einer Zersplitterung führen und sind gegen einer EU-weiten Altersgrenze bei der Alterskontrolle auf die großen Plattformen angewiesen.
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