EU-Handelsabkommen könnte Glyphosat-Verbot in Großbritannien erzwingen
Wichtige Fakten
- • Die WHO stufte Glyphosat 2015 als 'wahrscheinlich krebserregend' ein.
- • In der EU ist die Vorernte-Anwendung von Glyphosat seit 2023 verboten.
- • Eine Expertengruppe bestätigte 2024 erneut Gesundheitsgefahren durch Glyphosat.
- • Die britische Zulassung läuft im November 2026 aus, eine Verlängerung ist umstritten.
- • 83% der Briten sind besorgt über Pestizidrückstände in Lebensmitteln.
Hintergrund und Handelsabkommen
Großbritannien verwendet Glyphosat häufig vor der Ernte, um Getreide und Hülsenfrüchte zu trocknen. Diese Praxis ist in der EU seit 2023 verboten. Ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien soll den Handel erleichtern und könnte das Vereinigte Königreich zu gleichen Regeln zwingen. Umweltschutzorganisationen wie die Soil Association fordern die Regierung auf, die Vorernte-Anwendung zu verbieten.
Gesundheitsrisiken bestätigt
Die WHO stufte Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Im März 2024 bekräftigte eine internationale Expertengruppe, dass Glyphosat und glyphosathaltige Herbizide genetische Schäden, oxidativen Stress und hormonelle Störungen verursachen. In den USA gibt es über 17.000 Klagen gegen den Hersteller Bayer. Trotz dieser Bedenken wird Glyphosat in Großbritannien weiterhin großflächig eingesetzt: 41% der Getreideproben (2016-2023) und 28% der Brotproben (2024) enthielten Rückstände.
Bevölkerung alarmiert
Eine Umfrage ergab, dass 83% der Briten über Rückstände in Lebensmitteln besorgt sind, obwohl 79% nie von Glyphosat gehört hatten. Die britische Zulassung läuft im November 2026 aus. Die Chemieindustrie drängt auf eine Verlängerung, während das Health and Safety Executive eine Konsultation zur Zukunft von Glyphosat durchführt. Die Regierung betont, dass Glyphosat streng reguliert ist und nur bei nachgewiesener Sicherheit zugelassen wird.
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