Pflegeversicherung in der Krise: Milliardenloch und Verzögerung der Reform
Wichtige Fakten
- • Bereits 6,1 Millionen Bundesbürger beziehen Pflegeleistungen.
- • Defizit könnte 2027 über 7,5 Milliarden Euro betragen.
- • Beitragssatz liegt seit 2025 bei 3,6 Prozent.
- • Kinderlose sollen höheren Beitrag zahlen (0,7 Prozent).
- • Eigenheim und Vermögen sollen stärker herangezogen werden.
Finanznot der Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung in Deutschland steht vor immensen finanziellen Herausforderungen. Mit 6,1 Millionen Leistungsbeziehern ist die Zahl der Pflegebedürftigen seit 2015 auf mehr als das Doppelte gestiegen. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen seit Jahren. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) prognostiziert ein Defizit von über 7,5 Milliarden Euro für 2027 und sogar mehr als 15 Milliarden Euro für 2028. Bereits seit 2015 wurde der Beitragssatz fünfmal erhöht, aktuell beträgt er 3,6 Prozent. Pflegeheimbewohner zahlen im Schnitt rund 3.245 Euro pro Monat aus eigener Tasche.
Verzögerte Reform und kontroverse Ideen
Die angekündigte Reform der Pflegeversicherung verzögert sich. Ursprünglich sollte bis Mitte Mai ein Vorschlag vorliegen, doch interne Abstimmungen sind noch nicht abgeschlossen. Neben einer möglichen Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für Gutverdiener wird diskutiert, ob der Zuschlag für Kinderlose von 0,6 auf 0,7 Prozent steigen soll. Auch eine langsamere Anhebung der Zuschüsse für Pflegeheimbewohner steht im Raum, was die Eigenanteile weiter erhöhen würde. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Albert Stegemann, fordert, dass Pflegebedürftige zunächst ihr Vermögen – einschließlich des Eigenheims – einsetzen müssen, bevor die Allgemeinheit zahlt. Die sogenannten Wirtschaftsweisen unterstützen diese Forderung.
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