EU-Kommission will Bauern gegen steigende Düngerpreise helfen
Wichtige Fakten
- • Stickstoffdüngerpreise in Europa stiegen seit Jahresbeginn um 40 Prozent.
- • EU-Kommission will zusätzliche Finanzhilfe aus Krisenreserve der GAP bereitstellen.
- • Deutscher Bauernverband kritisiert Instrument als unzureichend für kurzfristige Marktverwerfungen.
- • EU plant Stärkung heimischer Produktion, etwa Gülle und grünes Ammoniak.
- • Bund bietet vergünstigte Darlehen bis 500.000 Euro für betroffene Landwirte.
Die Europäische Union reagiert auf steigende Düngerpreise, die durch Kriege und Krisen, insbesondere den Iran-Konflikt und den Ukrainekrieg, verursacht werden. Seit Jahresbeginn sind die Preise für Stickstoffdünger in Europa um 40 Prozent gestiegen. Landwirtschaftskommissar Christopher Hansen stellte einen Aktionsplan vor, der zusätzliche finanzielle Unterstützung für Landwirte aus der Krisenreserve der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorsieht.
Kritik kommt vom Deutschen Bauernverband, dessen Präsident Joachim Rukwied fordert, dass die Hilfen vor der Herbstaussaat wirksam werden müssen. Er lehnt weitere Prüfaufträge ab und verlangt sofortige finanzielle Mittel. Die EU-Kommission plant zudem, die heimische Düngemittelproduktion zu stärken, etwa durch die Nutzung von Gülle, grünem Ammoniak oder Algenbiomasse. Auch eine Flexibilisierung der CO2-Besteuerung wird geprüft, und die Abschaffung von Zöllen auf Düngemittel aus Nicht-Russland-Staaten steht zur Diskussion.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) begrüßte den Aktionsplan und wies auf staatliche Darlehen hin, die ab Juni beantragt werden können. Landwirt Tobias Pelz befürchtet jedoch ein weiteres Höfesterben, da viele Betriebe bereits hoch verschuldet sind. Der Grünen-Politiker Karl Bär fordert langfristig eine Abkehr von Kunstdünger und fossilen Energien. Die EU gibt zu, dass die Preissteigerungen erst sechs bis zwölf Monate später an den Supermarktkassen spürbar werden.
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