Europas Gasspeicher auf 13-Jahres-Tief: Winterpanik an den Energiemärkten
Wichtige Fakten
- • EU-Gasspeicher nur zu 63% gefüllt, niedrigster Wert seit 13 Jahren.
- • British-Gas-Chef O'Shea warnt vor fast leerem Gasspeicher in UK.
- • Gaspreis in Europa auf über 68 Euro pro MWh gestiegen.
- • Goldman Sachs erwartet Preise über 100 Euro pro MWh ohne Nahost-Lieferungen.
Europas Gasspeicher auf Tiefstand
Europa geht mit den niedrigsten Gasspeicherständen seit 13 Jahren in die kalte Jahreszeit. Die Speicher der Europäischen Union waren Ende August nur zu 63 Prozent gefüllt, deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 80 Prozent. Analysten warnen vor erhöhter Preisvolatilität im Winter, insbesondere wenn Kälteperioden oder geringe Windkraft den Gasverbrauch steigern.
Großbritannien besonders betroffen
Das Vereinigte Königreich ist durch seine geringe Speicherkapazität und hohe Importabhängigkeit besonders verwundbar. Centrica-Chef Chris O'Shea erklärte, die Insel verfüge für den Winter über nahezu keine Gasspeicher. Höhere Preise für Verbraucher sind bereits angekündigt.
Ursachen der Krise
Die niedrigen Füllstände sind Folge des US-israelischen Kriegs gegen den Iran, der die Golfexporte stört, aber auch eines kalten Winters und erhöhter Gasverstromung im Sommer. Die Hoffnung auf baldige Wiedereröffnung der Straße von Hormus schwindet, was zu einer Art Winterpanik an den Märkten führt.
Europäische Unterschiede und Ausblick
Während Italien und Polen über 80 Prozent Füllstand verfügen, sind deutsche Speicher nur halb voll, belgische zu 51 und niederländische zu 45 Prozent. Der Gaspreis an der Börse kletterte jüngst auf über 68 Euro pro Megawattstunde – mehr als doppelt so viel wie zu Jahresbeginn. Goldman Sachs schätzt, dass ohne neue Lieferungen Preise über 100 Euro nötig sein könnten, um genügend LNG nach Europa zu locken.
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