Ex-Präsident Südkoreas zu lebenslanger Haft wegen Aufstands verurteilt
Wichtige Fakten
- • Yoon Suk Yeol zu lebenslanger Haft mit Arbeit verurteilt.
- • Urteil wegen Aufstands nach Kriegsrechtsausrufung Dezember 2024.
- • Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich Todesstrafe gefordert.
- • Weitere Regierungsmitglieder erhielten langjährige Haftstrafen.
- • Yoon plant Berufung gegen das Urteil ein.
Urteil und Hintergrund
Das zentrale Bezirksgericht in Seoul hat den ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol zu lebenslanger Haft mit Arbeit verurteilt. Die Richter sahen den Tatbestand des Aufstands als erfüllt an, nachdem Yoon im Dezember 2024 das Kriegsrecht ausgerufen hatte, um die Nationalversammlung abzuriegeln und politische Gegner festnehmen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert, doch das Gericht begründete die mildere Strafe mit Yoons mangelnder Planungstiefe und dem Scheitern seiner Pläne.
Politische Krise und Folgen
Die Ausrufung des Kriegsrechts löste eine monatelange Staatskrise aus, in der Yoon behauptete, die freiheitliche Ordnung vor einer angeblich von Nordkorea unterwanderten Opposition schützen zu müssen, ohne dafür Beweise vorzulegen. Innerhalb weniger Stunden hob das Parlament das Dekret auf, Yoon wurde seines Amtes enthoben, festgenommen und angeklagt. Das Gericht wies ihn zudem für mangelnde Reue und fehlende Entschuldigung gegenüber der Öffentlichkeit.
Weitere Verurteilungen und Ausblick
Neben Yoon wurden mehrere Mitglieder seiner Regierung verurteilt, darunter Ex-Verteidigungsminister Kim Yong-hyun zu 30 Jahren Haft. Yoon hat bereits in einem separaten Prozess fünf Jahre Haft wegen Justizbehinderung erhalten und plant Berufung gegen das aktuelle Urteil ein. Vor dem Gericht demonstrierten sowohl Anhänger Yoons als auch progressive Gruppen, während Experten auf eine mögliche spätere Begnadigung des Ex-Präsidenten verweisen, wie es in Südkoreas Geschichte üblich ist.
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