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Wirtschaft 19.03.2026, 09:10 Aktualisiert: 19.03.2026, 15:03

EZB hält Leitzinsen trotz Iran-Krieg und Inflationssorgen stabil

EZB hält Leitzins bei 2,0 %, trotz steigender Energiepreise durch Iran-Krieg.

Wichtige Fakten

  • EZB hält Leitzins bei 2,0 %, trotz steigender Energiepreise durch Iran-Krieg.
  • Iran-Krieg ließ Ölpreise um 40 % und Gaspreise um 50 % steigen.
  • Inflation in Eurozone lag im Februar bei 1,9 %, könnte auf 3 % steigen.
  • Spekulationen über vorzeitigen Rücktritt von EZB-Chefin Lagarde halten sich hartnäckig.
  • Mögliche Nachfolger: Klaas Knot, Pablo Hernández de Cos, Joachim Nagel, Isabel Schnabel.

EZB hält Leitzinsen trotz Iran-Krieg stabil

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, den Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent zu belassen. Dies ist bereits das sechste Mal in Folge, dass die Zinsen nicht angepasst wurden, obwohl der Iran-Krieg zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise geführt hat. Der Ölpreis ist um etwa 40 Prozent gestiegen, während Gaspreise Aufschläge von bis zu 50 Prozent verzeichneten. Diese Entwicklungen setzen die EZB unter Druck, da eine neue Inflationswelle droht, die die Teuerungsrate in der Eurozone von aktuell 1,9 Prozent auf mindestens drei Prozent anheben könnte.

Politisches Engagement von Lagarde und Rücktrittsgerüchte

EZB-Präsidentin Christine Lagarde nutzte die Münchener Sicherheitskonferenz, um Europa zu mehr Unabhängigkeit von den USA aufzurufen und betonte, die EU müsse selbstbewusster und geschlossener auftreten. Sie ist treibende Kraft hinter Projekten wie dem digitalen Euro. Gleichzeitig halten sich Gerüchte über einen vorzeitigen Rücktritt vor Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 hartnäckig, angeheizt durch Spekulationen, dass Frankreichs Präsident Macron sie als Nachfolgerin sehen könnte. Lagarde dementierte dies zwar intern, ließ mit dem Begriff "Basis-Szenario" aber eine Hintertür offen.

Nachfolge und geldpolitische Erwartungen

Mögliche Nachfolger für Lagarde kristallisieren sich immer stärker heraus: Beste Chancen haben Klaas Knot aus den Niederlanden und Pablo Hernández de Cos aus Spanien, während Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel ebenfalls Interesse bekundet haben. Die Finanzmärkte erwarten nach Lagardes politisch geprägter Führung wieder ein geldpolitisches Schwergewicht an der Spitze der EZB. Die Notenbank will verhindern, dass sie auf eine mögliche neue Preiswelle zu spät reagiert, nachdem sie 2022/2023 für zögerliches Handeln kritisiert wurde.

Ausblick auf mögliche Zinserhöhungen

Obwohl die EZB heute keine Zinsänderung vornahm, wird die Wahrscheinlichkeit von bis zu zwei Zinsschritten vor der Sommerpause als hoch eingeschätzt. Die Notenbank steht vor einem Dilemma: Der Iran-Krieg treibt die Inflation, während das Wirtschaftswachstum gefährdet scheint. EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane warnte vor den Folgen eines länger andauernden Konflikts, der die Wirtschaft bremsen und die Inflation anheizen könnte. Die EZB betonte jedoch, hektisch handeln zu wollen, aber bereit zu sein, "alles Notwendige zu tun", um die Preisstabilität zu wahren.

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