Farage unter Druck: Teflon-Image bekommt Kratzer
Wichtige Fakten
- • Nigel Farage legt sein Mandat nieder und tritt erneut an.
- • Erhielt verdeckte Spende von 5,8 Mio. Euro.
- • Ethikkommission ermittelt gegen ihn.
- • Wenige Gegner bei Nachwahl, darunter Count Binface.
- • Reform UK führt weiter in Umfragen.
Rücktritt und Neuwahl als Ablenkungsmanöver
Nigel Farage, Gründer der britischen rechtspopulistischen Partei Reform UK, hat angekündigt, sein Abgeordnetenmandat für Clacton niederzulegen und bei der folgenden Nachwahl erneut anzutreten. Er will die Wähler über seine Handlungen richten lassen. Hintergrund ist ein Bericht der Sunday Times: Ein verurteilter Krypto-Unternehmer soll Farage jahrelang mit Unterkünften und Sicherheitspersonal unterstützt haben. Zudem ermittelt eine parlamentarische Ethikkommission gegen ihn, weil er eine Spende von 5,8 Millionen Euro durch den Krypto-Milliardär Christopher Harborne nicht offengelegt hat. Farage bestreitet Regelverstöße und bezeichnet die Summe als wie einen Lottogewinn. Experten sehen in dem Schritt eine Ablenkung im Stil von Donald Trump.
Schwache Konkurrenz und wachsender Spott
Die Strategie von Farage gerät ins Stocken, da Labour, Konservative und Grüne auf eigene Kandidaten verzichten. Nur wenige Antreter, darunter der als Count Binface bekannte Scherzkandidat, stellen sich zur Wahl. Damit kann Farage sich nicht als Kämpfer gegen das Establishment inszenieren. Premierminister Keir Starmer wirft ihm einen Schmierenskandal vor. Farage, sonst wie Teflon, zeigt erste Kratzer: Reform UK verlor zuletzt drei Nachwahlen.
Zunehmender Druck von rechts
Die Konkurrenzpartei Restore Britain, gegründet von Farages ehemaligem Mitstreiter Richard Lowe, wirft Reform UK zu starken Fokus auf Farage vor. Sie fordert eine härtere Migrationspolitik. Farage reagiert mit schärferer Rhetorik und brachte den Slogan „White lives matter“ ins Spiel, was aber gemäßigtere Anhänger verunsichern könnte. Politologe Tim Bale hält Farage dennoch für einen Überlebenskünstler, sieht den Weg in die Downing Street aber in weite Ferne.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.