Filmbooster mit Schönheitsfehlern: Deutsche Filmbranche fordert mehr
Wichtige Fakten
- • Investitionsverpflichtung: Streamingdienste müssen 8% des Umsatzes in Deutschland investieren.
- • Filmförderung auf 250 Mio. Euro verdoppelt, aber 2027 droht Kürzung auf 200 Mio.
- • Branche kritisiert fehlendes Steueranreizmodell, Konkurrenz bietet mehr.
- • Studio Babelsberg verzeichnet Aufschwung durch internationale Serienproduktionen.
Aufschwung trotz Unsicherheiten
Die Stimmung in der deutschen Filmbranche bessert sich. Nach der Corona-Pandemie, Kostenschüben und Streiks in den USA laufen die Produktionen wieder an. Die Bundesregierung möchte mit ihrem geplanten Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz, inoffiziell „Filmbooster“, Streamingdienste wie Netflix zwingen, mindestens acht Prozent ihres Jahresumsatzes in Deutschland zu investieren. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer rechnet mit einem Inkrafttreten 2027 und hofft auf Vorzieheffekte. Auch die Verdoppelung der Filmförderung auf 250 Millionen Euro in diesem Jahr wird begrüßt. Studios wie das traditionsreiche Studio Babelsberg erleben bereits einen Aufschwung und drehen international beachtete Serien.
Kritik an Kürzung und fehlenden Steueranreizen
Trotz positiver Entwicklungen gibt es deutliche Kritik: Die geplante Kürzung der Filmförderung auf 200 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2027 gefährde die begonnene Erholung. Branchenvertreter fordern Verlässlichkeit, da Filmproduktionen langwierige Prozesse sind. Zudem fehle ein Steueranreizmodell, wie es andere europäische Länder bieten. Solange Deutschland hier nachhinke, blieben internationale Produktionen fern oder wichen aus. Eine Studie zeige, dass Steuergutschriften sich volkswirtschaftlich mehrfach auszahlen würden. Die Branche sieht den Filmbooster daher nur als ersten Schritt, der noch nicht ausreicht, um den Standort langfristig konkurrenzfähig zu machen.
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