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Wirtschaft 20.04.2026, 05:25 Aktualisiert: 20.04.2026, 12:09

Geopolitische Spannungen belasten DAX und Ölmarkt

Der DAX fällt um 1,6% auf 24.304 Punkte nach iranischer Sperrung der Straße von Hormus.

Wichtige Fakten

  • Der DAX fällt um 1,6% auf 24.304 Punkte nach iranischer Sperrung der Straße von Hormus.
  • Der Ölpreis (Brent) steigt um 4,8% auf 94,69 Dollar, bleibt aber unter 100 Dollar pro Barrel.
  • Die USA haben ein iranisches Frachtschiff in der Straße von Hormus beschlagnahmt.
  • Der BDI erwartet Stagnation der Industrieproduktion 2026 statt Wachstum.
  • Iran lehnt Teilnahme an Verhandlungen vor Ende der Waffenruhe am Mittwoch ab.

Marktentwicklung und Hintergründe

Die Furcht vor einer Fortsetzung des Krieges am Persischen Golf macht die Anleger nervös, sodass der DAX zum Wochenstart um 1,6 Prozent auf 24.304 Punkte fällt. Dies folgt auf Euphorie am vergangenen Freitag, als der DAX nach iranischen Öffnungsankündigungen für die Straße von Hormus um 2,3 Prozent auf 24.702 Punkte gestiegen war. Die Stimmung drehte sich erneut, nachdem der Iran die Straße am Samstag wieder sperrte und die USA mit einer Seeblockade und der Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs für Spannungen sorgten. Experten wie Thomas Altmann von QC Partners betonen, dass die Freitagsgewinne aktuell hinfällig sind, während Michael Brown von Pepperstone erwartet, dass ein Großteil dieser Gewinne wieder abgegeben wird, da sich der Markt zu weit vorgewagt habe.

Ölpreise und konjunkturelle Auswirkungen

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent steigt deutlich um 4,8 Prozent auf 94,69 Dollar pro Barrel, bleibt aber unter 100 Dollar, nachdem er am Freitag um über neun Prozent gefallen war. Diese Schwankungen spiegeln die geopolitischen Spannungen wider und treiben die Energiepreise nach oben, was Inflationssorgen bei den Anlegern verstärkt und die konjunkturelle Erholung ausbremst. Marktbeobachter der Helaba weisen darauf hin, dass die Währungshüter unter Zugzwang geraten könnten, während die EZB in der kommenden Woche über den Leitzins entscheidet. Zudem rechnet der Industrieverband BDI aufgrund des Iran-Kriegs nicht mehr mit Wachstum bei der Industrieproduktion in diesem Jahr, sondern bestenfalls mit Stagnation, was die Sorgen in der deutschen Industrie unterstreicht.

Ausblick und Investorenhoffnungen

Investoren hofften auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran, bevor die vereinbarte Waffenruhe in der Nacht zu Mittwoch (MESZ) endet. Allerdings hat der Iran erklärt, vorerst nicht an Verhandlungen teilzunehmen, was die Aussichten auf eine baldige Entspannung trübt. Jochen Stanzl von der Consorsbank warnt, dass neue Spannungen die Schwankungsintensität erhöhen könnten, und betont, dass Anleger ein Signal benötigen, dass die aktuelle Phase den Beginn des Kriegsendes markiert. Sollte der Iran nicht an Gesprächen teilnehmen, könnten Anleger deutlich risikoscheuer reagieren. In dieser Woche werden wirtschaftliche Daten wie die ZEW-Umfrage und der ifo-Index mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, um die Auswirkungen auf die Konjunktur besser einschätzen zu können.

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